Walter K. Eichelburg

Ist Betreiber der meistgelesenen deutschsprachigen Gold- und Krisenwebsite hartgeld.com. Er beschäftigt sich seit vielen Jahren intensiv mit Investment- und Geldfragen. Er ist Autor zahlreicher Artikel im Finanz- und IT-Sektor und kann unter info@hartgeld.com erreicht werden. Alle Artikel von Walter K. Eichelburg sind als völlig unverbindliche Information anzusehen und stellen keine Anlageempfehlung dar. Jegliche Haftung irgendwelcher Art für den Inhalt oder daraus abgeleiteter Aktionen der Leser wird ausdrücklich und vollständig ausgeschlossen.

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Marktkommentar: Der nächste Krisenschub kommt

von Walter K. Eichelburg

Es wird ein heißer Sommer

In meinem letzten Marktkommentar habe ich über die zusammenbrechenden Versuche geschrieben, einen „Aufschwung“ durch Propaganda zu erzeugen. Aber die Realität ist stärker und realwirtschaftliche Zusammenbrüche lassen sich nicht mehr verbergen. Inzwischen wird in den Medien berichtet, dass den Banken jetzt eine neue Welle von Kreditausfällen droht, diesmal jeweils im Inland durch Firmenbankrotte. Die Insolvenzen von Arcandor oder GM sollen hier nur als Beispiele dienen.

Trotzdem versucht die Politik alles zu retten, etwa indem sie den Druck des neuen Quelle-Katalogs einer Pleitefirma (Arcandor) finanziert, obwohl der Umsatz schon um die Hälfte eingebrochen ist. In Deutschland möchte die Politik auch, dass jetzt die Bundesbank direkt Kredite an Firmen vergibt, obwohl diese dazu gar nicht eingerichtet ist. Man greift nach Strohhalmen.

Dann erschien am 7. Juli in der „Süddeutschen“ ein Artikel über „die Nacht, in der es um Deutschlands Banken ging“. Darin wird die erste Rettung der Hypo Real Estate an einem Wochenende im September 2008 detailliert beschrieben. Es fällt dieser Satz: „Ansonsten stehe am Montag keine deutsche Bank mehr.“ Damit haben die Banker die deutsche Politik erstmals um eine Staatsbürgschaft erpresst.

Warum erscheinen plötzlich solche Sachen in unseren Medien? Ein Leser von hartgeld.com ist der Ursache auf der Spur: „Es kam hinsichtlich der Veröffentlichungen zum Thema zu keinerlei Protesten seitens der Politik. Vor wenigen Tagen gibt die EZB 400 Milliarden für ein Jahr an die europäischen Banken, aktuell noch mal ein außerordentliches Refinanzierungsgeschäft, unlimitiert über ein halbes Jahr: Man pumpt also zum einen unbegrenzt Liquidität ins System, gleichzeitig kommt der dramatische Bericht über die ‚Rettung ohne Alternative’. Sollten wir da nicht eins und eins zusammenzählen? Offensichtlich steht in Kürze etwas Dramatisches an, der Bericht ist die Legitimation für die künftige Handlung. Man sollte wohl die ‚Rettungsboote’ schleunigst aus dem Schließfach holen und im persönlichen Zugriff halten. Esdist wohl auch die letzte Chance, Edelmetall zu kaufen. Interessant auch, wenn man die Kursentwicklung von Silber im August und September letzten Jahres mit der im Juni und Juli diesen Jahres vergleicht: ein starker Abverkauf über sechs Wochen vor dem Bankenkollaps. Und aktuell wieder…“

Man könnte annehmen, dass die Öffentlichkeit vorbereitet wird für den Fall, dass es wieder losgeht: Das letzte Mal hat es „so gut funktioniert, wir haben euch gerettet. Vertraut uns wieder...“ Dieses Motiv dürfte hinter dieser Veröffentlichung stecken. Ansonsten würde man Verräter jagen.

Der „GEAB No. 36“ ist erschienen und geht davon aus, dass in diesem Sommer drei Monsterwellen unser wirtschaftliches Gefüge schwer treffen werden. Besonders arg wird sein, dass diese Monsterwellen nicht hintereinander kommen werden, sondern vermutlich ziemlich gleichzeitig. Ein verdammt heißer Sommer scheint damit garantiert zu sein. Die drei Monsterwellen beschreibt „GEAB“ als erstens Massenarbeitslosigkeit, zweitens Insolvenzen mit Dominoeffekten und drittens die Agonie des Dollars, der US-Staatsanaleihen, des britischen Pfunds und die Wiederkehr der Inflation.

Den Euro vergisst der „GEAB“, aber der ist auch nicht besser. Der neueste „Privateer“ von Bill Buckler gibt gleich einen „Global Alert“ aus, speziell wegen des unlimitierten Geldpumpens der Europäischen Zentralbank. Und AIG braucht auch wieder einmal 193 Milliarden Dollar, vermutlich aus Zahlungen für Credit Default Swaps (CDS) auf ausgefallene Anleihen, etwa von General Motors.

Wie in den letzten zwei Krisenjahren üblich, kommt im Sommer der neue Krisenschub. 2008 mit dem Untergang von Lehman und dem Bailout von Fannie & Freddie. Am 18. September 2008 wäre beinahe das US-Finanzsystem kollabiert, der Goldpreis ist kurzzeitig in Minuten um 100 Dollar hochgeschossen. Kommt die „Überraschung“ diesmal aus Europa? Ewig können sie ihr absaufendes Titanic-System nicht zusammenhalten. In die Rettungsboote! Diese sind derzeit noch günstig und wieder zu haben.

Seminartermine des Autors

24. Juli Depressions-Seminar Konstanz/Bodensee

25. Juli Depressions-Seminar Baden-Baden/Karlsruhe

26. Juli Depressions-Seminar Bonn

Anmeldung und Information über hartgeld.com

11. Juli 2009

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