Walter K. Eichelburg

Ist Betreiber der meistgelesenen deutschsprachigen Gold- und Krisenwebsite hartgeld.com. Er beschäftigt sich seit vielen Jahren intensiv mit Investment- und Geldfragen. Er ist Autor zahlreicher Artikel im Finanz- und IT-Sektor und kann unter info@hartgeld.com erreicht werden. Alle Artikel von Walter K. Eichelburg sind als völlig unverbindliche Information anzusehen und stellen keine Anlageempfehlung dar. Jegliche Haftung irgendwelcher Art für den Inhalt oder daraus abgeleiteter Aktionen der Leser wird ausdrücklich und vollständig ausgeschlossen.

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Marktkommentar: Die Milliardengewinne und die Klick-Affen

von Walter K. Eichelburg

Menschen und Computer in der Simulation

Nachdem die „Green Shoots“ in der Zwischenzeit verwelkt sind und die Realwirtschaft jetzt überall neu einbricht, hat man sich ein neues Manipulations-Mittel einfallen lassen: „Milliardengewinne“ der US-Banken sollen „beweisen“, dass die Finanzkrise vorbei ist. Dr. Goebbels würde neidisch werden.

So verlautbarten Goldman Sachs, JP Morgan, Citigroup und Bank of America Milliardengewinne im zweiten Quartal 2009. Alle Medien berichteten das pflichtgemäß. Einige druckten immerhin Artikel, die auch aussagten, dass diese Gewinne auf Einmaleffekte, geänderte Bewertungen und Ähnliches zurückzuführen seien. An der real schlechten Lage hat sich nichts geändert.

Die „Milliardengewinne“ haben zwei Zielrichtungen

Erstens: Man möchte suggerieren, dass die Finanzkrise vorbei sei, was natürlich nicht stimmt.

Zweitens: Die Banker möchten wieder ihre alten Riesen-Boni haben. Sie greifen bereits kräftig zu, um ihren enorm aufwändigen Lebensstil zu erhalten. Die US-Regierung hatte 2008 eine Einkommens-Begrenzung von 500.000 Dollar in Banken verfügt, die Staatshilfe erhalten.

In der Zwischenzeit fließen weitere gewaltige US-Staatgelder und Bailouts von der Zentralbank in das System. Die „FTD“ berichtete vor einigen Tagen von einem Umfang dieser Gelder inklusive Garantien über 23.700 Milliarden US-Dollar – wahrlich der größte Bailout aller Zeiten.

In Europa ist es nur etwas besser: Dort wird auch alles gerettet, von Opel bis zum Quelle-Katalog. Es gibt inzwischen Geisterfabriken, in denen alle auf Kurzarbeit sind. Auch hier explodieren überall die Staatsdefizite. In den USA und Großbritannien haben diese bereits 50 Prozent des Staats-Gesamtbudgets überschritten, ein Punkt, bei dem üblicherweise die Hyperinflation einsetzt.

Die Klick-Affen klicken „richtig“

Alle Märkte werden künstlich gestützt, egal ob Aktien, Staatsanleihen, Gold (nach unten), Währungen. Das ist aber nur ein Teil der Wahrheit. Die wesentlich größere Aktion läuft über das „Perception Management“ – psychologische Beeinflussung. Nachdem etwa auf der New York Stock Exchange 70 Prozent aller Umsätze von Computerprogrammen generiert werden (Program Trade), und die verbliebenen menschlichen Händler diese Programme zu übertreffen versuchen, muss man nur über Nachrichten und Kurse die entsprechende Umgebung schaffen, dass etwa bei Aktien gekauft wird. Die Agenten des US-Finanzministeriums und der Fed, Goldman Sachs und JP Morgan, wissen das natürlich und manipulieren die Märkte entsprechend. Sie selbst können dabei durch ihr Vorwissen über die Wünsche selbst enorm abkassieren. Die Herde der Affen aus Silizium und Fleisch folgt nach. Jeder will schneller und der Frontrunner sein.

Inzwischen steigen die US-Insider massiv aus ihren eigenen Aktien aus, der US-Mittelstandsfinanzier CIT (mit einer Million Firmen anhängend) ist kurz vor dem Ende. Weitere Negativmeldungen werden kommen.

Irgendwann wird ein Ereignis die Kurse plötzlich zum Absturz bringen. Dann werden alle diese Trading-Programme die Papiere in Panik auf den Markt werfen – wie 1987. Dann geht vermutlich das gesamte System in kürzester Zeit in Rauch auf. Leider kann man nicht genau sagen, wann das sein wird. Aber die Rettungsboote aus Gold und Silber sollten bereit stehen.

25. Juli 2009

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