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Marktkommentar: Gold über Tausend DollarAnfang vom Ende Am Dienstag, dem 8. September 2009, ist es wieder passiert: Der Goldpreis hat die signifikante Grenze von 1.000 Dollar pro Unze wieder einmal überschritten. Prompt veröffentlichten alle Finanzmedien Artikel dazu. Und doch war dieser Anstieg anders als früher: Nachdem der Goldpreis lange um 950 Dollar schwankte, stieg er dann über einige Tage auf 1000 Dollar an, dort verharrt er seitdem (dieser Artikel wurde am 15.9. geschrieben). Im Hintergrund stand keine akute Bankenkrise, wie damals beim Untergang von Bear Stearns oder Lehman Brothers. Das lässt auf eine neue „Qualität“ der Goldkäufer schließen. Waren es bei früheren Anstiegen in der Tat Angstkäufe wegen einer akuten Bankenkrise, so zeichnet sich jetzt eine Flucht aus dem Geld, speziell dem US-Dollar ab. Auch der Dollar-Index sinkt wieder kontinuierlich. Es gibt inzwischen Artikel, wonach inzwischen das „Big Money“ in das physische Gold geht: Verschiedene Hedge Fonds bereiten sich offen auf die Hyperinflation vor. Und Zentralbanken wie jene von China kaufen Gold gegen US-Dollars. Real ist es so, dass diese Großkäufer nicht zu jedem Preis kaufen, sie kaufen die „Dips“, also kurze Einbrüche beim Preis. Dadurch gelingt es dem „Goldkartell“ aus Großbanken, Zentralbanken und westlichen Regierungen auch nicht mehr, den Goldpreis wesentlich zu drücken. Noch im Herbst 2008 schaffte man es noch, den Goldpreis bei einem Anstieg wieder um etwa 200 Dollar zu drücken, jetzt nicht mehr. In der Realität fließt alles Gold, das dieses Kartell auf den Markt wirft, zu den Käufern ab. Daher werden jetzt immer mehr Käufer einsteigen und den Preis weiter hochtreiben. Genau das wollte das Goldkartell mit den Preisdrückungen immer verhindern, dass nämlich ein steigender Preis neue Käufer anzieht – durch eine Art modernes „Goldverbot“. Im Moment liefert das Goldkartell ein Rückzugsgefecht bei der 1000-Dollar-Marke, mehr ist es nicht. Üblicherweise verteidigen Zentralbanken ihre Währung bis zum letzten Reserve-Dollar, um dann doch abwerten zu müssen. Diesmal wird es wohl bis zum letzten 400-Unzen-Gold-Blutstropfen (Goldbarren) sein. Dann wird das für sie Grausliche passieren: Ihre Währungen und Staatsanleihen werden abverkauft und sie können nur mehr sehr hohe Zinsen und massive Einsparungen beim Staatsbudget anbieten, um ihre Währungen zu retten. Dann beginnt eine „neue Zeit“ mit Staatsbankrotten und kollabierenden Banken auch im Westen. Der letzte Marktkommentar behandelte das „politische Risiko“ für alle Kapitalbesitzer, besonders in Deutschland. Früher einmal hieß es, Kapital sei „scheu wie ein Reh“, flüchte sofort, wenn eine Gefahr droht. Diesmal drohen viele Gefahren: Bankencrash, Hyperinflation und staatliche Enteignung. Im Moment lässt sich der Großteil der Sparer und Vermögensbesitzer noch einlullen, aber die Flucht wird kommen. Das, was der deutsche „Peer-Wolf“ Steinbrück mit seiner Ausräucherung der Steueroasen macht, ist für das Goldkartell am Ende total kontraproduktiv. Man hat es ihm offenbar noch nicht gesagt. Wehe, wenn die „Rehe“ die „Gefahrenwitterung“ aufnehmen und feststellen, dass Gold nicht nur vor Crash und Inflation schützt, sondern auch vor dem Peer-Wolf und seinen Kumpanen. Dann wird ein Goldpreis von 1000 Dollar wie heute als „niedrig“ angesehen werden. Es ist aber anzunehmen, dass dann die goldenen Rettungsboote kaum mehr zu bekommen sind. Gold bei 1000 Dollar dürfte der Anfang sein. 19. September 2009 Unterstützen Sie ef-onlineHat Ihnen dieser Artikel gefallen? Dann unterstützen Sie uns durch eine Fördermitgliedschaft. Damit helfen Sie uns, unser Angebot stetig weiter auszubauen und genießen zusätzlich attraktive Privilegien. Testen Sie eigentümlich freiProminente Autoren und kantige Kolumnisten wie Bruno Bandulet, Theodore Dalrymple, Carlos A. Gebauer, Jörg Guido Hülsmann, Michael Klonovsky oder Frank Schäffler schreiben jeden Monat exklusiv in eigentümlich frei. Testen Sie ein Magazin, das über das Angebot auf ef-online hinausgeht. Diesen Artikel teilenAnzeigen |
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