| ||||||||
![]() Ist Betreiber der meistgelesenen deutschsprachigen Gold- und Krisenwebsite hartgeld.com. Er beschäftigt sich seit vielen Jahren intensiv mit Investment- und Geldfragen. Er ist Autor zahlreicher Artikel im Finanz- und IT-Sektor und kann unter info@hartgeld.com erreicht werden. Alle Artikel von Walter K. Eichelburg sind als völlig unverbindliche Information anzusehen und stellen keine Anlageempfehlung dar. Jegliche Haftung irgendwelcher Art für den Inhalt oder daraus abgeleiteter Aktionen der Leser wird ausdrücklich und vollständig ausgeschlossen. ef-Sucheef-EinkaufspartnerWenn Sie ef-online unterstützen möchten, starten Sie bitte Ihre Amazon-Einkäufe mit Klick auf diesen Button: |
Marktkommentar : Gold und die TodesschwelleZinsziel 50 Prozent Es wurde in diesem Marktkommentar schon mehrfach betont, dass ein Goldpreis von 1.000 Dollar eine Art „Todesschwelle“ für das internationale Finanzsystem bedeutet. Diese wurde vor einigen Wochen erreicht und letzte Woche deutlich überschritten. Im Moment notiert Gold bei 1.060 Dollar pro Unze, Silber bei 17,70 Dollar pro Unze. Inzwischen kommen auch immer mehr Stimmen in den Medien darauf zu sprechen, dass die Zentralbanken bald die Zinsen anheben und ihr „Quantitative Easing“ (Gelddrucken) beenden müssen. In der Tat hat sich eine neue Papier-Bubble bei den Aktien- und Bondmärkten aufgebaut, die fast ausschließlich von superbilligem Zentralbank-Kredit lebt. Dahin geht das Geld der Zentralbanken, nicht in die Realwirtschaft, die den Banken als „zu unsicher“ erscheint. Solche Bubbles auf Kredit platzen plötzlich mit gewaltigem Krach, sobald die Zinsen angehoben werden oder sonst ein Unfall passiert. Das wird kommen, denn dann müssen alle Spekulanten plötzlich aus ihren Papieren raus und die Kredite zurückzahlen. Wenn sie es nicht selbst machen, besorgen es die Banken nach ihren „Margin Calls“. Die Kurse werden tief abstürzen. In meinem Artikel, „Wo sind deine Super-Zinsen, Ben?“ erkläre ich die Zusammenhänge zwischen Goldpreis und Zinsen: Das Jahr 2009 begann mit einem Dollar-Goldpreis von 884,30 pro Unze. Seither gab es einen Zuwachs von 20 Prozent über neun Monate, extrapoliert über ein Jahr wären das mehr als 26 Prozent. Also müsste die Fed die Dollar-Leitzinsen auf mindestens 26 Prozent heben, um einen Ausgleich für die Entwertung des Dollars gegenüber Gold zu schaffen. Dazu kommt ein Zuschlag für die Zinssteuern, die Kleinanleger zahlen müssen, sowie ein ordentlicher Zuschlag für das weitere Abwertungsrisiko für den Fall eines Dollar-Crashs. Dann sind wir leicht bei 40 Prozent Zinsen auf ganz kurzfristiges Geld. Für längerfristiges Geld, etwa Staatsanleihen, müsste noch mehr bezahlt werden, da hier das Ausfallsrisiko besteht, etwa 50 Prozent. Also 40 Prozent für kurzfristiges Geld statt 0 Prozent heute und 50 Prozent statt 3,2 Prozent für zehnjährige Treasuries. Für schlechtere Kreditqualitäten noch mehr. Das bringt das System auf der Stelle um. Beim Euro sind die Zahlen etwas geringer (15,4 Prozent Gold-Steigerung 2009), da dieser gegenüber Gold weniger gefallen ist, aber auch hier würden „reale Zinsen“ einen sofortigen Systemkollaps auslösen. Das sind also die Zinskategorien, die uns die Zentralbanken gegenüber der supersicheren Währung Gold anbieten müssten, um mit der Rendite mitzuhalten. Denn alle Währungen fallen gegenüber Gold. Da nichts hinter ihrem Papier steht, können sie nur mit Zinsen dagegenhalten. So wie 1979/80, als auch der Goldpreis davonlief. Die Zinsen mussten hinterher. Da erschien dieser Tage ein Chart, der den realen Goldpreis in US-Dollars über 300 Jahre zeigt. Es wurde nicht die offizielle US-Inflation zu Grunde gelegt, sondern der reale Wert nach John Williams. Da zeigt sich, dass der Gold-Höhepunkt vom Januar 1980 mit damals 850 Dollar heute bei 7.267 läge – in Kaufkraft gemessen. Bei Silber statt 50 Dollar damals heute bei 354 Dollar. Der Mechanismus war damals derselbe wie heute: Flucht aus dem Papier, insbesondere dem Dollar. Die Reaktion der Zentralbanken wird auch dieselbe sein müssen: höhere Zinsen. Damals waren es 20 Prozent, heute werden es wegen des höheren Kreditrisikos viel mehr sein müssen. Schon einige wenige Prozent verträgt das System heute nicht mehr, ohne zu kollabieren. Also wird es kollabieren. Der Goldpreis wird viel höher gehen als damals, 50.000 Dollar pro Unze sind möglich. Die Zentralbanken können den Goldpreis jetzt nicht mehr richtig drücken, nur noch den Anstieg bremsen. Also wird immer mehr Kapital ins Gold gehen, denn nirgendwo sonst verdient man so viel so sicher. Der Systemtod wegen Kapitalflucht hat daher längst begonnen. Gold über 1.000 Dollar war nur ein Signal für weitere Einsteiger ins Gold – ein wichtiges Signal. Internet Wo sind deine Super-Zinsen, Ben? Chart, der den realen Goldpreis in US-Dollars über 300 Jahre zeigt 17. Oktober 2009 Unterstützen Sie ef-onlineHat Ihnen dieser Artikel gefallen? Dann unterstützen Sie uns durch eine Fördermitgliedschaft. Damit helfen Sie uns, unser Angebot stetig weiter auszubauen und genießen zusätzlich attraktive Privilegien. Testen Sie eigentümlich freiProminente Autoren und kantige Kolumnisten wie Roland Baader, Bruno Bandulet, Theodore Dalrymple, Carlos A. Gebauer, Arne Hoffmann, Jörg Guido Hülsmann, Michael Klonovsky oder Klaus Rainer Röhl schreiben jeden Monat exklusiv in eigentümlich frei. Testen Sie ein Magazin, das über das Angebot auf ef-online hinausgeht. Social BookmarksAnzeigenKommentareWebbaer, am 17. Oktober 2009 um 9:25 ( Link ) ... ein Goldpreis von 1.000 Dollar eine Art „Todesschwelle“ ... Also wird immer mehr Kapital ins Gold gehen, denn nirgendwo sonst verdient man so viel so sicher. Der Systemtod wegen Kapitalflucht hat daher längst begonnen. Gut zu wissen, ich geh dann auch mal schnell Gold kaufen. Stefan Miller, am 17. Oktober 2009 um 9:30 ( Link ) Ihre Beschreibung stützt sich auf die Annahme, daß wir es hier mit einem Markt zu tun haben, egal ob frei oder nicht. Das ist aber nicht der Fall. Die Banken und die Politik stecken unter einem Hut und die Gauner werden ihre 30 Jahre alten Tricks nicht nochmal anwenden. Goldpreis wird steigen, ohne Zweifel, aber viel langsamer als vermutet. Steuer wird kräftig angehoben werden und zwar weltweit. Da gibt es noch viel Spielraum. Etwas nehmen, etwas weniger zurückgeben, das geht immer. Nicht ohne Grund trommeln sämtliche Medien heute für mehr Staat und erzählen das Märchen vom bösen Kapitalismus, der nur Unglück über Menschheit bringt. Haderach, am 17. Oktober 2009 um 9:30 ( Link ) Diesen Beitrag finde ich vollkommen absurd, die Zusammenhänge an den Haaren herbeigezogen. kfa, am 17. Oktober 2009 um 9:58 ( Link ) @Haderach, Das sind also die Zinskategorien, die uns die Zentralbanken gegenüber der supersicheren Währung Gold anbieten müssten, um mit der Rendite mitzuhalten. Darin steht es doch. Das einzige was einen ausgewachsenen Run verhindert ist die Tatsache, daß nur so wenige Menschen sich dessen bewußt sind, und die Regierungen tun natürlich alles dafür damit das so bleibt. Wenn es nicht mehr funktioniert, wird Privatbesitz von Gold verboten. Alles schon mal dagewesen im Land der großen Freiheit und überhaupt garnicht an den Haaren herbeigezogen. Stefan Miller, am 17. Oktober 2009 um 15:04 ( Link ) stimmt aber nicht, die meisten Menschen, nicht nur in den USA, überziehen ständig ihre Konten. Jürgen Clasen, am 17. Oktober 2009 um 19:25 ( Link ) Sehr schlau, wird der Aktienbesitzer sagen, meine Dziamdzia, am 18. Oktober 2009 um 1:58 ( Link ) Wieso sollte ausgerechnet 1000$/oz eine "Todesschewelle" sein??? Warum nicht 900, oder 950 oder 2000? Was hat Herr Eichelburg da gerechnet, hat er die relative Mondfeuchtigkeit mit seinem Blutdruck multipliziert oder wie kommt er auf die Zahl? Nirgendwo eine Erklärung dazu. Webbaer, am 18. Oktober 2009 um 5:47 ( Link ) Wieso sollte ausgerechnet 1000$/oz eine "Todesschewelle" sein??? Der Analyst ist, was er ist. bernd_lessing, am 18. Oktober 2009 um 16:52 ( Link ) Lieber Herr Eichelburg, eine einfache Frage: Bildet sich der Goldpreis in einem normalen, freien Markt? Nein. Also ist ein Anstieg des Goldpreises - zumal über einen relativ kurzen Zeitraum - kaum von Bedeutung und kann schon gar nicht zur Herleitung irgendwelcher "Horrorzinsen" dienen. Allein schon vor diesem Hintergrund halte ich Ihre Einschätzung für unseriös. Um Missverständnisse zu vermeiden: Ich halte den Dollar und die anderen Papierwährungen dieser Welt ebenfalls für höchst fragil. Gut die Hälfte meines Vermögens habe ich in den letzten Jahren in Gold und Silber umgeschichtet. Ich gehe - wie Sie - davon aus, dass die Papierwährungen noch mächtig an Kaufkraft verlieren werden. ABER: Das Problem sind nicht 40 Prozent Zinsen und eine Hyperinflation, sondern 10 Prozent Zinsen und eine jahrelange "normale" Inflation. Das Ergebnis für den Geldwert ist das gleiche, aber die "Kollateralschäden" sind im ersten Fall ungleich größer. Gleichzeitig ist das zweite Szenario viel gefährlicher, weil die meisten Menschen es nicht oder erst viel zu spät wahrnehmen. Und vor allem: Weil das Spiel der staatlichen Notenbanken und der Großbanken im zweiten Szenario munter weitergeht, man also nur eben mal kontrolliert "Luft" herauslässt. Das erste Szenario würde ich mittlerweile sogar ausschließen, weil es die Existenz ganzer Staaten auf's Spiel setzen würde - und diese Staaten würden ALLES (und ich meine: ALLES) tun, um ein solches Szenario zu verhindern. Allerdings: Das zweite Szenario kann m.E. auch in einen Kollaps münden - und zwar aufgrund der Staatsverschuldung. Denn schon weit unterhalb der 40 Prozent Zinsen können fast alle Staaten ihren Zinsverpflichtungen nicht mehr nachkommen. Insofern haben Sie Recht: Steigende Zinsen sind ein enormes Systemrisiko, sie werden früher oder später kommen, und Gold ist ein guter "Hedge" dagegen. Aber weder braucht es den Goldpreis als Erklärungsmuster noch "Horrorzahlen" von 40+ Prozent, um dieses Szenario aufzuzeigen. wilhelm, am 19. Oktober 2009 um 21:39 ( Link ) Meinen Sie wirklich, dass der Gold Kurs über 50.000 Dollar gehen wird? Wenn man jedoch so ein wenig nachdenkt, wäre nun ein Hausbau wohl das sicherste was machen kann... gerade zu den derzeitigen Zinsen von 4.28%. GraueEminenz, am 22. Oktober 2009 um 17:00 ( Link ) Es gibt, leider, noch eine andere Reaktionsmoeglichkeit von Regierungen und Zentralbanken: Anmelden oder Registrieren, um Kommentare schreiben zu können |
| ||||||
| Copyright © 2010 Lichtschlag Verlag KG | Design and Programming by greybyte, using Django and Performancing's Modernpaper template. | ||||||||
Carl, am 17. Oktober 2009 um 9:19 ( Link )
Ganz große Wissenschaft. Chapeau!