31. Oktober 2009

Marktkommentar „Printer-Ben“ und „Printer-Jean“

Größere Mengen Gold nur noch sehr schwierig zu bekommen

Der derzeitige Fed-Chef Ben Bernanke erhielt seinen Spitznamen „Helicopter Ben“ bereits 2002, als er noch Fed-Gouverneur war. Damals hielt er seine berühmte „Helikopter-Rede“, in der er darlegte, was eine Zentralbank alles machen kann, um eine für das Bankensystem tödliche Deflation abzuwenden: inklusive dem Geldabwurf aus Helikoptern.

Davon hat er inzwischen fast alles wahr gemacht, außer eben dem Abwurf von Papiergeld. Warum also nicht auch das? Weil dieses Geld das normale Volk aufgehoben hätte, nicht nur die privilegierten Firmen und Investment-Banken der Wall Street. Diese Investment-Banken mussten 2008 mit Staatshilfe gerettet werden, zahlen jetzt aber die höchsten Boni aller Zeiten an ihre Trader und Manager. Was hier läuft ist der größte Bailout der Finanzeliten aller Zeiten, nicht nur in den USA.

Gerade kam ein Artikel herein: „30 Minuten bis zur Monetarisierung“ von Peter Boehringer: „Die Frist von der Anleihe-Emission zum Aufkauf durch die Fed ist kürzlich bereits auf 30 Minuten geschrumpft! Die Schamfrist zur Vermeidung der direkten Monetarisierung beträgt nun also noch eine halbe Stunde!  Ein US-Analyst namens Jim Bianco hat diese Unglaublichkeit schon vor zwei Wochen aufgedeckt. Ich habe extra gewartet, ob der Mainstream das Thema in seiner Brisanz erkennen kann oder will. Aber q.e.d. – Schweigen im Walde.“

Das war eine Anleihe von Fannie Mae, dürfte aber bei US-Staatsanleihen genauso schnell gehen. Dort ist aus „Anstandsgründen“ noch eine Auktion dazwischengeschaltet. Dabei müssen die Primary Dealers der Fed kaufen, falls sonst keine Käufer auftauchen. Die geben das Papier dann gleich an die Fed weiter. Irgendwann wird auch dieser Anstands-Umweg aufgegeben werden und das Zeug landet direkt bei der Fed. In Großbritannien ist die Sache nicht anders. Es gibt Schätzungen (etwa von Peter Ziemann), dass nur mehr ein geringer Teil der US-Staatsanleihen am Markt abgesetzt werden kann, der Rest – 80 Prozent oder mehr – geht an die Fed, wird dort monetisiert.

In der Eurozone ist man noch etwas zurückhaltender, aber auch hier greift die Zentralbank ein, wenn eine Auktion von Staatsanleihen schiefzugehen droht. In Deutschland kauft etwa die Bundesbank den Rest auf. Derzeit hat Deutschland wenig Probleme, die Staatsanleihen wegzubringen, da über 50 Prozent von ausländischen Zentralbanken gekauft werden, primär in Asien. Die monetisieren diese Papiere dort. Ein Teil davon betreibt eine Umschichtung von Dollar-Reserven auf Euro-Reserven.

Es gibt inzwischen Leute, die sagen, dass wir einen alleinigen US-Dollar-Untergang nicht sehen werden, sondern dass alle Währungen gemeinsam gegen Gold und Realgüter in einer Hyperinflation untergehen werden – dies deshalb, weil alle Zentralbanken den Dollar stützen. Für die Euro-Politiker ist schon ein Euro-Kurs von 1,50 Dollar „nicht mehr auszuhalten“. Daher wird auch hier weitergedruckt. Ben Bernanke sollte sich jetzt in „Printer-Ben“ umbenennen, Jean-Claude Trichet in „Printer-Jean“, usw.

Das „Big Money“ geht jetzt verstärkt in Gold und Silber, sodass es nicht mehr gelingt, den Goldpreis unter 1.000 Dollar zu drücken. Das Goldkartell mit den westlichen Zentralbanken liefert nur mehr hinhaltenden Widerstand, um einen massiven Ausbruch noch hinauszuschieben. Aber auch dieser wird kommen, danach können sie ihre Währungen und Staatsanleihen nur mehr mit sehr hohen Zinsen verteidigen. Die derzeitige Gelddruck-Phase wird dann enden müssen und das System crashen.

Berichte aus London (Midas) sagen, dass größere Mengen Gold nur noch sehr schwierig zu bekommen sind. Dafür tauchen falsche Goldbarren mit Wolframkern auf – aus Quellen aus dem Goldkartell. So desperat ist deren Situation inzwischen. Ich hoffe, alle Leser haben jetzt ihre Rettungsboote aus Gold.


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