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Marktkommentar: Steuererhöhungen – nicht mehr legitimWarum jetzt nur das Gelddrucken bleibt Im meinem letzten Marktkommentar mit ging ich auf die „außergewöhnlichen Maßnahmen“ ein, mit denen die Regierungen überall eine Reflation erzwingen wollen. Dazu gehört, dass überall mit Staatsgeld herumgeworfen wird, als gäbe es kein Morgen. Nicht jeder bekommt dieses Manna, sondern meist nur „Privilegierte“ wie Banken oder politisch gut vernetzte Konzerne. Sogar der letzte Quelle-Katalog wurde auf bayrische Staatskosten gedruckt, geholfen hat es dem Versandhaus nichts mehr, es wird jetzt abgewickelt. Die schlimmsten Großsünder sind die USA und Großbritannien mit jeweils etwa 13 Prozent Staatsdefizit, gemessen am Bruttosozialprodukt. Im Euro-Raum schießt Griechenland mit vermutlich 14 Prozent den Vogel ab, aber auch Deutschland und Frankreich mit knapp unter 10 Prozent sind nicht weit entfernt. Wie kann sich ein Staat generell finanzieren? Erstens durch Steuereinnahmen, zweitens durch Verschuldung, solange es Käufer für die Staatsanleihen gibt, und drittens durch Gelddrucken – die Staatsanleihen wandern direkt zur Zentralbank. Die USA und Großbritannien finanzieren ihre Staatsdefizite jetzt primär übers Gelddrucken. Kein Wunder also, dass sich der Goldpreis über 1.150 Dollar pro Unze hält. Denn das fürchten die Halter der Staatsanleihe: Inflation durch Gelddrucken. Das Drucken wird nicht mehr physisch gemacht, sondern die Staatsanleihen oder andere Papiere werden von der Zentralbank „monetisiert“, das heißt für neu elektronisch erzeugtes Geld aufgekauft. Der Staat gibt dieses Geld dann aus und heizt so die Inflation an. Wie legitim sind Steuern? Die Sozialstaaten westlichen Zuschnitts sind in Wirklichkeit Räuber, die von den Arbeitenden Geld nehmen und damit herumwerfen. In der Realität hat man damit eine vom Staat abhängige Klasse von etwa 50 Prozent der Bevölkerung geschaffen. In der Vergangenheit wurden Steuern für „gute Zwecke“ ergehoben, also um sogenannte „Schwächere“ damit zu stützen. In Wirklichkeit ging es natürlich nur um Macht und Bürokratie. Ich verweise dabei auf viele andere Autoren, etwa auf Peter Ziemanns Gold-Kommentare. Dieses Umverteilen wurde mit allen möglichen Rechtfertigungen, auch mit Denkverboten wie der Political Correctness gerechtfertigt. Aber dann ist ein entscheidender Fehler passiert. Steuergelder für die Boni und Gehälter von Pleitebankern Mit dem Heißwerden der Finanzkrise im Herbst 2008 wurden überall mit gigantischen Staatsmitteln die Banken gerettet. Diese zahlten gleich darauf gigantische Boni an ihre Manager. Ein großer Teil der Staatshilfen verschwand in den Taschen der Banker, die ihren Lebensstil nicht einschränken wollen. Das erzeugt nun überall böses Blut. Die für die Bankenrettungen und Konjunkturpakete aufgewendeten Summen sind so groß, dass vermutlich die Steuern um mindestens 30 Prozent erhöht werden müssten, um die Lasten abzuzahlen. Das ist praktisch gar nicht möglich, da die Leistungsträger ohnehin jetzt schon komplett ausgepresst werden. Eine solche Steuererhöhung würde auch einen sofortigen Aufstand auslösen, da sie ja für die Boni der Banker wäre und nicht für irgendwelche „sozialen Zwecke“. Sie wäre daher nicht mehr „legitim“. Daher wird die Politik Steuererhöhungen nicht wagen. Das ist ein Unterschied zu der Zeit nach 2002, in der überall die Steuern angehoben wurden. Also wird nur mehr das Gelddrucken bleiben, wie es Obama und Brown schon eifrig betreiben. In der Hyperinflation der Weimarer Republik von 1923 kamen nur zwei Prozent der Staatsausgaben aus Steuern, aber 98 Prozent aus dem Gelddrucken. Dort gehen wir jetzt wieder hin. Got Gold? 28. November 2009 Unterstützen Sie ef-onlineHat Ihnen dieser Artikel gefallen? Dann unterstützen Sie uns durch eine Fördermitgliedschaft. Damit helfen Sie uns, unser Angebot stetig weiter auszubauen und genießen zusätzlich attraktive Privilegien. Testen Sie eigentümlich freiProminente Autoren und kantige Kolumnisten wie Roland Baader, Bruno Bandulet, Theodore Dalrymple, Carlos A. Gebauer, Arne Hoffmann, Jörg Guido Hülsmann, Michael Klonovsky oder Klaus Rainer Röhl schreiben jeden Monat exklusiv in eigentümlich frei. Testen Sie ein Magazin, das über das Angebot auf ef-online hinausgeht. Social BookmarksAnzeigenKommentareSmufMcFudel, am 28. November 2009 um 21:39 ( Link )
Ähm, hat man damit nicht einen Staat geschaffen, der von 50% der Bevölkerung abhängig ist. Ansonsten durchschnittliche Prosa zu einer, zumindest hier in der Unterschicht, weitbekannten Thematik. Got Gold? Guten Appetit! TrebMelsa @ SmufMcFudel §§§§ Nein, dies beruht auf Gegenseitigkeit. Die Staatsregierungen haben sich 50% infantile Wähler herangezogen, diese Wähler hängen am Tropf der Regierungen und die Regierungen alle vier Jahre am Tropf dieser infantilen Wähler, vorausgestzt: diese verwählen sich nicht! Harald Henke, am 28. November 2009 um 23:23 ( Link ) @SmufMcFudel "Aber wenn Geld nichts mehr wert ist, gibt ihnen der Bäcker auch kein Brötchen für eine Feinunze." Historische Beispiele sprechen eine andere Sprache. Jüngstes Beispiel ist Zimbabwe. Nach dem Zusammenbruch der Währung dort hat man das Brot beim Bäcker in der Tat für Gold kaufen können (auch für US-Dollar oder südafrikanische Rand) - sofern Brot aufzutreiben war. Wir sind heute so sehr auf die Arbeitsteilung angewiesen, daß eine reine "Barter Economy" ohne Währung kein sehr wahrscheinliches Szenario ist. SmufMcFudel, am 29. November 2009 um 0:20 ( Link ) @TrebMelsa @Harald Henke Ihren Beitrag vertiefend: TrebMelsa @ SmufMcFudel Sie scheinen nicht gelesen zu haben, was ich geschrieben hatte. Ich kann mich aber nicht erinnern Sie zu diesen infantilen Abhängigen 50% gezählt zu haben. Da Sie selbst schreiben, dass Sie arbeiten - genau wie ich - gehören wir beide also zum Rest, d. h. zu den 50% Melkvieh, welche die politische Kleptokratie und ihre infatilen Abhängigen finanziert. Also, zubächst lesen was ich überhaupt geschrieben hatte; dann erst meckern bitte. Harald Henke, am 29. November 2009 um 10:35 ( Link ) @SmufMcFudel: Sie müssen gar nicht bis zum Außenhandel gehen (der internationalen Version der Arbeitsteilung), um zu sehen, welche Bedeutung die Arbeitsteilung für moderne Volkswirtschaften hat. Wir produzieren zum Großteil keine Lebensmittel, sondern unterrichten Schüler/Studenten, sitzen im Büro und erstellen Excel-Sheets oder machen irgend etwas anderes, wofür wir Geld bekommen, mit dem wir im nächsten Supermarkt Lebensmmittel kaufen, die jemand anderes produziert hat und gegen unser Geld tauscht. Ein funktionierendes Geldsystem ist notwendige Voraussetzung für einen solchen Grad an Spezialisierung. Es ist nicht möglich, auf der Basis des Naturaltauschs eine solche Arbeitsteilung zu etablieren. Deshalb wären zum einen die Folgen eines Zusammenbruch der Währung für unsere Versorgung (geschweige denn unseren Wohlstand) verheerend, zum anderen ist offensichtlich, daß praktisch jeder Interesse daran hätte, daß sich wieder ein allgemeines Tauschmittel etabliert. dickbrettbohrer, am 29. November 2009 um 10:40 ( Link ) @TrebMelsa SmufMcFudel, am 29. November 2009 um 15:07 ( Link ) @TrebMelsa @Harald Henke
So etwas gibt es nur leider nicht, nicht solange wir ein Zentralbanksystem haben, welches Geld nur verleiht. Den Naturaltauschaspekt hängen wir dann mal in den Schrank: "Verzeihung für's Rausholen!" Bleiben wir aber gerne im Inland: Hier wäre ein Zusammenbruch der Währung eben nicht so verheerend, weil
Dieses würde von Deutschland selbst erstellt werden, ohne Rücksprache mit den Zentralbanken. Es wäre im Ausland nichts wert, hier in Deutschland aber schon. Vielleicht treibt das den wirtschaftlichen Fortschritt nicht an, es würde aber einen Standard halten, ohne eine Weiterverschuldung. Ziel eines Staates muss daher Autarkie sein. Und selbst im heutigen Deutschland ließe sich so ein System relativ schnell etablieren, wenn allgemein nur noch mit einer von Volk selbst etablierten Währung gezahlt wird, weil dem Staat sämtliche indirekten Steuern "flöten gehen". Verbieten könnte er es auch nicht, denn wenn mir der Türke um die Ecke eine Glatze rasiert und dafür bloß ein Stück Papier will, dass ich von Dragan für das sortieren von Akten bekommen habe, welches er von Peter bekommt, weil er ihn vor Gericht vertritt, dann ist das einfach so. Ich teile ihren Standpunkt, dass es ohne "Geld" nicht geht, der Herkunftsort aber bleibt entscheidend. Im Grunde wäre ein "800-Euro-Schein" der Anspruch auf eine Feinunze Gold, Banken geben diese Scheine aus. Was die Wirtschaft aber kaputt macht ist, die Bank will für diese 800 Euro irgendwann mal 880 Euro zurück haben. Viel schlimmer noch, der 800-Euro-Schein- mit der Nummer 00001 verspricht mir den Anspruch auf die Feinunze Kennung aaaa, die 800-Euro-Scheine der Nummern 00002-00100 sichern mir ebenfalls Anspruch auf die Feinunze der Kennung aaaa. Der scheinbare Wohlstand in dem wir leben, ist eine riesige Luftblase, die selbst wenn jetzt alles auf der Welt stagnieren würde, morgen schon wieder ein Stück gewachsen ist. Da gilt es doch anzusetzen, oder? @dickbrettbohrer dickbrettbohrer, am 29. November 2009 um 15:45 ( Link ) Ist mir schon klar, daß ein Loch nichts verstehen kann. HaroldGraf, am 29. November 2009 um 19:26 ( Link ) "Got Gold?" Da werden die Goldaffen sich aber bald wundern. Die Verwüstung der Erde Jesaja 2 SmufMcFudel, am 29. November 2009 um 19:32 ( Link ) Fahr zur Hölle Du Schmock! Anmelden oder Registrieren, um Kommentare schreiben zu können |
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vonclausewitz, am 28. November 2009 um 11:32 ( Link )
Aus den erwähnten Gründen ist es modisch geworde, den unstillbaren fiskalischen Hunger der Bestie mit indirekten Steuern zu lindern. Dazu zählen die Pigou-Lenkungsabgaben, die Kartellvereinbarungen mit Staatsbeteiligung und natürlich die hinlänglich bekannte Kohlenstoff-Charade.
Natürlich reicht das nicht. Viel Spass mit der inflationären Depression.