Walter K. Eichelburg

Ist Betreiber der meistgelesenen deutschsprachigen Gold- und Krisenwebsite hartgeld.com. Er beschäftigt sich seit vielen Jahren intensiv mit Investment- und Geldfragen. Er ist Autor zahlreicher Artikel im Finanz- und IT-Sektor und kann unter info@hartgeld.com erreicht werden. Alle Artikel von Walter K. Eichelburg sind als völlig unverbindliche Information anzusehen und stellen keine Anlageempfehlung dar. Jegliche Haftung irgendwelcher Art für den Inhalt oder daraus abgeleiteter Aktionen der Leser wird ausdrücklich und vollständig ausgeschlossen.

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Marktkommentar: Ein recht ruhiges Finanzjahr 2009 geht zuende

von Walter K. Eichelburg

Das kommende Jahr wird ungemütlicher

Am Ende eines Jahres ist es Zeit, Bilanz zu ziehen und einen Ausblick auf das kommende Jahr zu geben. Viele Firmenbilanzen für das Jahr 2009 dürften katastrophal aussehen. Ebenso die „Staatsbilanzen“ wegen ihrer enormen Ausgaben für Bankenrettungen und Konjunkturpakete.

Nach dem Horrorjahr 2008, wo nach der Lehman-Pleite das globale Finanzsystem mehrere Male fast zusammengebrochen wäre, war 2009 relativ „ruhig“. Nach dem Tiefpunkt auf den Aktienmärkten im März setzte eine wilde Spekulation mit billigem Zentralbank-Geld ein, das die Kurse wieder hochtrieb. Die Realwirtschaft bekam davon wenig ab, sie hatte eher an einem „Credit-Crunch“, einer Kreditklemme zu leiden. Die Wirtschaft sackte weiter ab, erst Mitte des Jahres gab es durch die enormen Staatsausgaben eine Stabilisierung auf niedrigem Niveau, die gleich als „Aufschwung“ und „Ende der Rezession“ verkauft wird.

Die Arbeitslosigkeit stieg weniger stark an als erwartet, auch durch Kurzarbeitspakete der Staaten von bis zu 24 Monaten. Dies besonders vor der deutschen Bundestagswahl, wo die Konzerne bekniet wurden, noch nicht zu entlassen. Dafür explodieren die Staatsausgaben überall ins Unendliche, besonders in den USA und in Großbritannien.

Aber auch in Euroland haben wir solche Fälle wie Spanien, Irland und besonders Griechenland, das 2009 bereits fast bankrott gegangen wäre. Auch die „Nicht-PIGS“ wie Deutschland oder Frankreich machen gigantische Defizite. Solche Defizite führen irgendwann zum Abverkauf von Staatsanleihen und Währung, wie wir es in dieser Krise schon einige Male gesehen haben.

Das Jahr 2009 war also relativ ruhig – erkauft durch staatliche Bankenrettungen und gigantische Budgetdefizite sowie Bilanz- und Marktmanipulationen aller Art. Das wird nicht ewig so weitergehen. Wie es aussieht, haben diese staatlichen Bailouts im Herbst 2008 etwa eineinhalb Jahre „Ruhe und Frieden“ gebracht. Wir sollten nicht vergessen: Die Welt ist seit 2000 im sogenannten „Kondratieff-Winter“, jenem Teil des langjährigen Kreditzyklus, in dem die Schulden und anderen Verwerfungen wieder abgebaut werden. Den großen Crash hat man einige Male verhindert, aber wenn er kommt, dann wird er auch die Staaten mitnehmen.

Ausblick auf 2010

Die bisherige „Ruhe“ wird 2010 zu Ende gehen. Nicht nur dreht sich die Inflation, besonders bei Lebensmitteln und Energie wieder in den positiven Bereich, auch der Goldpreis hat 2009 neue Höhen bis 1226 Dollar pro Unze erreicht. Das waren die Vorboten für die breite Staatenkrise. Der Fast-Bankrott von Griechenland war auch solch ein Vorbote. 2010 wird es flächendeckend auch die großen Staaten treffen: Abverkauf von Währung und Staatsanleihen, Explosion der Konsumgüter-Preise, Crash der Finanzwerte. Das ist in jeder Währungskrise so.

Dann heißt es entweder die Währung aufgeben und den Staatsbankrott anmelden, oder massiv im Staat sparen und die Steuern wie Zinsen stark erhöhen. Massiv sparen und Steuern erhöhen wird aber nicht gehen, da nach den Banken-Bailouts für die Banker-Boni dafür keine Legitimität mehr vorhanden ist. Außerdem geben die Steuersklaven kaum mehr etwas her. Gegen das Sparen werden sich alle Lobbys erheben. Auch der Trick mit den Klimasteuern (letzter Marktbericht) ist nach dem gescheiterten Klimagipfel nicht zu machen.

Daher ist der Weg in die Hyperinflation vorgezeichnet; eine massive Flucht aus allem Papier in Realwerte. Besonders die Rettungsboote aus Gold und Silber brauchen wir 2010 wirklich.

27. Dezember 2009

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