09. Januar 2010

Marktkommentar Ein Jahrzehnt des Goldes

Wie man ruhig schlafen kann

Nicht nur ich habe am Jahresende Bilanz gezogen, wie es im letzten Marktkommentar zu lesen war. Auch viele andere Kommentatoren tun es. Sie ziehen sogar über die letzten zehn Jahre von 2000 bis 2009 Bilanz. Sie vergleichen die Performance verschiedener Asset-Klassen wie Aktien-Indizes oder Gold. Kurz gesagt, mit Aktien konnte man in den letzten zehn Jahren langfristig nichts gewinnen, außer man nutzte als Trader kurz- bis mittelfristige Kursschwankungen. Die großen Indizes wie Dow oder DAX liegen trotz aller Stützungsmaßnahmen der Staaten und Zentralbanken im Vergleich zu 2000 ein Stück tiefer, die NASDAQ ist weit herunten, den „Neuen Markt“ gibt es gar nicht mehr. Nicht zu vergessen: Aktienwerte sind beim selben nominellen Kurs in Realgütern gemessen heute vielleicht 35 Prozent von dem im Jahr 2000 wert – die Inflation.

Viel interessanter ist das Dow-Gold-Verhältnis. Dieses lag im Jahr 2000 – am Höhepunkt des Kondratieff-Herbstes – bei ca. 44 Unzen Gold für einen Dow. Heute stehen wir bei 9,3 zu eins. Ian Gordon meint, dass dieses Verhältnis im derzeitigen Kondratieff-Winter auf eins zu vier gehen wird. Dann stände uns noch eine etwa 37-fache Steigerung von Gold gegenüber großen Aktien bevor. Bei kleineren Aktien oder gar illiquiden Sachen wie ganzen Firmen oder Immobilien wird es noch viel drastischer sein – sobald es keinen Kredit mehr für den Kauf gibt.

44:1 auf 1:4 ist ein Verhältnis von 1:176, um das der Goldpreis insgesamt gegenüber Aktien steigen wird, oder umgekehrt, die großen Aktien könnten auf 1/176 vom Goldpreis fallen, wo immer dann die Zahlen genau liegen werden, denn eine Hyperinflation steht uns überall bevor.

Das Goldene Jahrzehnt I

Hier die US-Dollar-Gold-Performance über das Jahrzehnt (von Bill Buckler, Privateer):

2001 von US-Dollar 273 auf US-Dollar  279 – Anstieg: 2,20 Prozent

2002 von US-Dollar 279 auf US-Dollar  348 - Anstieg: 24,73 Prozent

2003 von US-Dollar 348 auf US-Dollar  416 - Anstieg: 19,54 Prozent

2004 von US-Dollar 416 auf US-Dollar  438 - Anstieg: 5,29 Prozent

2005 von US-Dollar 438 auf US-Dollar  518 - Anstieg: 18,26 Prozent

2006 von US-Dollar 518 auf US-Dollar  638 - Anstieg: 23,17 Prozent

2007 von US-Dollar 638 auf US-Dollar  838 - Anstieg: 31,35 Prozent

2008 von US-Dollar 838 auf US-Dollar  884 - Anstieg: 5,49 Prozent

2009 von US-Dollar 884 auf US-Dollar  1096 - Anstieg: 23,98 Prozent

Jedes Jahr also ein Gewinn, oft über 20 Prozent wie 2009. In Euro war es etwas weniger, da der Euro sich etwas stärker als der US-Dollar gezeigt hat. 2009 waren es 24 Prozent, bei Silber in US-Dollar 57 Prozent, in Euro 53 Prozent.

Das Goldene Jahrzehnt II

Die nächsten zehn Jahre von 2010 bis 2019 werden noch viel „goldener“, da in den nächsten Jahren, vermutlich schon 2010, fast alle Staaten und deren Währungen bankrott gehen werden. Dann dürfen wir uns auf Gold- und Silberpreise „freuen“, von denen die meisten noch gar nicht zu träumen wagen. Denn die Masse wird dann um jeden Preis in diese Geldmetalle gehen, um ihr Vermögen vor der Hyperinflation und Banken- beziehungsweise Staatencrashs zu retten.

Das wird aber nicht die gesamten zehn Jahre andauern, daher wird es im kommenden Jahrzehnt irgendwann Zeit, wieder umzusteigen, in Aktien, Firmen, Immobilien, die dann spottbillig sind. So wie man heute bereits in Detroit ein intaktes Haus für eine Unze Gold (31 Gramm – 1.100 US-Dollar) bekommt, wird es dann überall sein. Kredite wird es einige Jahre überhaupt nicht geben, und wenn sie wieder erhältlich sind, werden Zinsen und Tilgung in Gold bezahlt werden müssen – ein neuer Goldstandard wird kommen.


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