23. Januar 2010

Marktkommentar Die Flut der Staatsbankrott-Artikel

Vorbereitung auf den Ernstfall

Man kann der sogenannten „Mainstream-Presse“ alles Mögliche vorwerfen wie das Lügen, das Verschweigen und die Verdrehung von Tatsachen, Gefälligkeitsartikel für die Regierung, etc. So ist es kein Geheimnis, dass die Wahrheit um die „Attentate“ vom 11. September 2001 auf das World Trade Center (9/11) unter diese Tabus fallen, denn die breite Aufdeckung der Wahrheit darüber wäre massiv „staatsgefährdend“ – die Legitimität der meisten Regierungen, besonders die der USA wäre weg.

Bei der Finanzkrise gibt es viel weniger Tabus, obwohl von den Regierungen immer wieder versucht wird, in einer Art von „Dr.-Goebbels-Propagandaaktion“ „positive“ Artikel über die Wirtschaftslage zu streuen. Die Journalisten greifen das immer wieder willig auf. Aber zum Glück haben wir ja noch die Internet-Blogger, die sich von solchen Aktionen nicht so leicht beeindrucken lassen. Kein Wunder, wenn die großen Medien weltweit derzeit massive Probleme haben.

Seit Anfang 2010 taucht nicht nur in Internet-Blogs, sondern auch in Presseorganen wie „Handelsblatt“, „FTD“, „Presse“ oder „Welt“ eine richtige Flut von Artikeln über den kommenden Absturz der Staatsanleihen und den folgenden Staatsbankrott auf, von denen ich einige auf der „Systemkrise-Seite“ von hartgeld.com regelmäßig verlinke. Das wird nicht ohne Folgen bleiben: Staatsanleihen werden ab jetzt als riskant eingestuft – der Bond-Crash kommt. Und dies nicht nur in diversen Pleitestaaten.

Das erinnert an kritische Artikel über die High-Tech-Bubble in der zweiten Hälfte 1999 und Anfang 2000. Auch damals stürzten diese Papiere kurz danach ab. Auch bei den Staatsanleihen wird es kommen. Ob von jemanden gesteuert wird? Vermutlich nicht. Die Gefahr bei Staatsanleihen ist durch die gigantischen Budgetdefizite von 2008 und 2009 einfach immens groß geworden. In Wirklichkeit sind diese Papiere ganz einfach Mist (Junk), da real nie mehr zurückzahlbar – auch wenn es derzeit noch ein AAA-Rating gibt. Das scheint inzwischen der informierten Öffentlichkeit zu dämmern.

Die Griechenland-Krise ist sicher ein Auslöser, da damit gezeigt wird, dass auch ein Euro-Staat pleite gehen kann. Inzwischen erscheinen auch reihenweise Artikel über den möglichen Zerfall des Euro.

Die Angst in Brüssel und im EZB-Turm zu Frankfurt dürfte inzwischen so extrem sein, dass die legalen Voraussetzungen für den Ausschluss oder Austritt eines Staates aus der Eurozone vorbereitet werden. Die Märkte nehmen immer noch an, dass Deutschland und Frankreich das Defizitland Griechenland nicht untergehen lassen werden. Aber das ist gar nicht so sicher.

Griechenland hat derzeit 254 Milliarden Euro an Staatsanleihen, die müsste von den anderen EU-Staaten übernommen werden. Wenn etwa Deutschland für Griechenland 100 Milliarden Euro neue Schulden aufnehmen müsste und Frankreich vielleicht 70 Milliarden, dann wäre das den eigenen Steuerzahlern kaum vermittelbar. Die Finanzminister zittern ohnehin schon dem Tag, an dem sie wegen der Bankenrettungen die Steuern massiv erhöhen oder die Staatsausgaben massiv senken müssen. Ein Volksaufstand droht.

Warum also nicht Griechenland aus der Eurozone entfernen? Sobald die griechische Ansteckung auch auf Portugal, Irland oder gar Spanien und Italien übergreift, dann hilft ohnehin nur mehr die Sofort-Amputation, um den Euro zu retten. Denn wenn auch die Staatsanleihen Deutschlands und Frankreichs wie jetzt bei Griechenland auf den Markt fliegen, crasht der Euro sicher.

Ein Teil der Angst bei EU und EZB dürfte auch damit zusammenhängen, dass wahrscheinlich nicht mehr viel Gold vorhanden ist, um den größten Konkurrenten zum Euro, das Gold, in Schach zu halten. Wenn der Goldpreis richtig ausbricht, was jederzeit passieren kann, dann beginnt der wirkliche Ernst für alle Währungen und Staatsanleihen. Niemand sollte sagen, er sei nicht vorgewarnt worden. Nur lesen…


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