06. März 2010

Marktkommentar Griechenland retten oder nicht?

Edelmetallhändler berichten von einer stark steigenden Nachfrage

Seit meinem letzten Markkommentar vor zwei Wochen ist das „Griechenland-Virus“ noch aggressiver geworden – gegenüber Griechenland, noch nicht gegenüber den anderen Euro-PIGS (Portugal, Italien, Spanien). Aber es ist nur eine Frage der Zeit, bis diese auch von den Spekulanten angegriffen werden. Dass daneben still der ganze Balkan bankrott geht, stört ja niemanden, oder?

Inzwischen sinkt das britische Pfund langsam und stetig. Ob da die „Folterwerkzeuge“ des Chefs der Euro-Zone Juncker in Aktion sind, um die City of London für die Spekulationen gegen den Euro zu bestrafen? Die Briten mit ihrem Pfund sind auf jeden Fall ein Absturzkandidat.

Zurück zu Griechenland: Täglich liest man inzwischen speziell in deutschen Medien über die gigantische Korruption und Verschwendung im griechischen Staatsapparat – gleich mit Vergleich zu Deutschland und dem Vorwurf: „Dafür sollen wir zahlen?“ In der Tat sind die derzeitigen Einsparungsvorschläge der griechischen Regierung nicht mehr als Beruhigungspillen für die Finanzmärkte. Die EU fordert sie daher zu weitreichenderen Sparmaßnahmen auf. Richtiges Sparen im griechischen Staatsapparat würde etwa so aussehen: 40 Prozent weniger Beamte, diese 40 Prozent weniger Gehalt, 40 Prozent weniger Rentner, diese 40 Prozent weniger Rente. So funktionieren Sparmaßnahmen, wie sie etwa der IWF bei Staatsbankrotten verordnet. Das würde natürlich gleich einen Volksaufstand auslösen, mehr als den Generalstreik letzte Woche.

Undankbare Griechen

Während die Griechen gleichzeitig bei Deutschland für eine Rettung betteln, haben sie dieses Land letzte Woche in wüstester Form angegriffen. Politiker und Medien haben „Kompensation“ für den Zweiten Weltkrieg von Deutschland gefordert und dabei in die unterste Lade gegriffen. Offenbar kommt das in Griechenland gut an, denn die Politiker müssen sich ja selbst und ihre Privilegien „retten“. Aber wahrscheinlich kann jetzt nicht einmal mehr die „Zahler-Merkel“ die Griechen retten, ihr Abgang wäre wohl sicher. Nach Griechenland kommen sicher Portugal und Spanien sowie Irland mit aufgehaltener Hand. Die Wahrscheinlichkeit ist groß, dass der Euro bereits 2010 zerfällt.

Dankbares Gold in Euro

Gold-Bugs im Euro-Raum haben es derzeit gut. Ihre Wertanlage geht von Allzeithoch zu Allzeithoch, vielfach gibt es jeden Tag ein neues davon. Derzeit (02.03.2010) stehen wir bei 1.131 Dollar pro Unze, oder 835 Euro pro Unze gleich 26.845 Euro pro Kilogramm. Vor einigen Jahren konnte man das gelbe Metall noch für ein Drittel des heutigen Preises kaufen. In den letzten zehn Jahren hat Gold pro Jahr in US-Dollar um 14,9 Prozent zugelegt, in Euro 10,8 Prozent. Im laufenden Jahr 2010 hat Gold in Euro bereits um 9 Prozent zugelegt. Und es wird noch besser werden.

Edelmetallhändler berichten von einer stark steigenden Nachfrage. Kein Wunder, Gold und Silber erweisen sich in der derzeitigen Euro-Krise als wahre Rettungsboote.


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