29. Mai 2010

Marktkommentar Die letzten Tage des Euro

Deutschland als letzter Dominostein vor dem Untergang

Im letzten Marktkommentar „Vom Euro zur D-Mark II“ wurde über die Vorbereitungen in Deutschland für die Nach-Euro-Zeit geschrieben. Die laut Insider-Quellen für den 15. oder 16. Mai geplante Währungsreform mit Übergang vom Euro zur „Neuen D-Mark“ (NDM) wurde auf Druck von Sarkozy, Berlusconi & Co verschoben. Aber verschoben ist nicht abgesagt. Sobald der Euro wirklich crasht, dürfte es soweit sein, gefolgt von Frankreich und den Niederlanden, die auch einen Euro-Ausstieg planen.

Am 7.5. und am 13.5. erlitt der Euro Kollaps-Anfälle, die mit dem monströsen 750 Milliarden- Bailout-Paket und massivsten Zentralbank-Interventionen noch abgewendet werden konnten. Allein die Schweizer Nationalbank hat bald wertlose Euros im Umfang von über 100 Milliarden Franken aufgekauft. So groß ist inzwischen schon die Flucht aus dem Euro. Gold und Fremdwährungen werden speziell in Deutschland in Panik aufgekauft. Die Preise für Immobilien und Agrarflächen steigen signifikant an – durch Barzahler, die aus dem Euro in Sachwerte wollen.

Der Crack-Up-Boom

Diese Flucht aus einer Währung ist typisch für eine Währungskrise, wie sie derzeit der Euro erlebt. In einer ersten Stufe flüchten die Wissenden und die Finanzmärkte aus der Währung, später versucht es dann die Masse und wird durch Devisenkontrollen und dergleichen daran gehindert.

Dann bleiben nur noch Realgüter, die Geschäfte werden leergekauft, die Preise explodieren deswegen: Hyperinflation. Es sind ungeheure Mengen an nur fiktiv noch vorhandenen Geldanlagen vorhanden, die umgesetzt werden können. Geldabhebebegrenzungen folgen, um das zu stoppen. Eine Währungsreform mit neuem Geld vernichtet auf administrativem Weg diese nunmehr nur fiktiv vorhandenen Vermögen, für die es keinen realen Gegenwert mehr zu kaufen gibt.

Das ist der „Haircut“ bei den Sparern, die wie immer in solchen Fällen draufzahlen. Man kann annehmen, dass alle Vermögen über etwa 5.000 Euro bei einer solchen Währungsreform verfallen oder zumindest stark gekürzt oder gesperrt werden. Damit teilt man den Sparern mit, dass ihre Spareinlagen weg sind, versenkt von den Banken überall in der Welt in windigen Krediten, die nie mehr zurückgezahlt werden können.

Wie viele Tage hat der Euro noch?

Dieser Artikel wurde am 25.5. geschrieben. Es zeichnet sich gerade die nächste Euro-Krise ab. Spanien kommt unter Druck, gefolgt von Italien. Das sind ganz andere Schulden-Schwergewichte als Griechenland oder Portugal. Am 7.5. waren alle Euro-Staatsanleihen außer der deutschen illiquid, d.h. diese Staaten waren technisch bankrott. Mit dem 750-Milliarden-Rettungspaket, hinter dem vermutlich der US-Präsidentenberater Larry Summers, der große Bailouter, stecken dürfte, hat man praktisch alle Euro-Schulden Deutschland umgehängt. Wenn als Folge auch die deutschen Bundesanleihen abverkauft werden, dann ist es mit dem Euro endgültig vorbei. Ein Euro-Crash von 40 Prozent oder mehr an einem Tag gegen Dollar und/oder Gold ist dann wahrscheinlich. Dann beginnt die totale Panik.

Das kann jetzt jeden Tag passieren, sobald die derzeitige Euro-Stützung versagt. Dann sind gleich die Banken zu, und man kommt an sein Geld nicht mehr ran. Nur ist es unmöglich, den genauen Tag vorauszusagen. Aber eines ist gewiss: die heutigen elektronischen Märkte agieren sehr rasch.

Rettungsboote?

Gold und Silber sind die idealen Rettungsboote für diesen Fall. Aber an diese kommt man jetzt nur noch schwer ran. Wenn die Panik da ist, überhaupt nicht mehr.


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