21. August 2010

Marktkommentar Das Ende des Westens

Willkommen in der verlängerten Werkbank Ostasiens

Dieser Marktkommentar ist wesentlich tiefgründiger als üblich. Er geht auf die großen Wirtschaftszyklen ein. Alle kennen die Konjunkturzyklen, die über mehrere Jahre laufen. Daneben kennen sicher noch viele Leser den Kondtratieff-Kreditzyklus über ca. 70 Jahre. Der laufende Zyklus begann in 1949 und brachte seitdem einem kontinuierlichen Aufbau von Schulden. Am Ende des Zyklus werden diese über 10-20 Jahre wieder abgebaut und ein neuer Zyklus kann beginnen. Diese Abbauphase nennt man nach Ian Gordon auch „Kondratieff-Winter“. In einem solchen sind wir jetzt, der laufende „Winter“ hat im Jahr 2000 mit dem einmaligen Höchststand der Aktien gegenüber Gold (Dow:Gold = 44:1) begonnen. Der darin übliche Kreditabbau wurde von der Politik immer wieder verzögert, zuletzt mit den Banken-Bailouts ab 2007. Das wird aber nicht ewig so weitergehen.

Den Kondtratieff-Zyklus nennt man auch „Supercycle“. Daneben gibt es nach Ansicht einiger Autoren auch einen „Grand Supercycle“, der über 200-300 Jahre verläuft und nichts weniger beinhaltet als den Aufstieg und Abstieg ganzer Zivilisationen. Nicht nur der Kondratieff-Zyklus geht gerade zu Ende, auch der laufende Grand Supercycle. Man prophezeiht den „Leaders“ des derzeitigen Grand Supercycle, den USA und Großbritannien, 20-100 Jahre Depression. Die Führung geht nach Asien, was sich in den letzten 20 Jahren ja schon angekündigt hat.

Dekadenz:

Es ist nicht primär die Verschuldung, die dem Westen den Garaus machen wird, denn die Verschuldung kann man wie in jedem Kondratieff-Winter abbauen. Es ist vielmehr die Dekadenz der Gesellschaft. Das war schon im alten Griechenland so, dann im Römischen Reich, das daran zugrunde gegangen ist.

Es ist die Beschäftigung der Führungsschichten im Westen mit „Politicial Correctness“ und der räuberische Umverteilungsstaat. Die Hälfte der Bevölkerung lebt vom Staat, besser gesagt von den immer kleiner werdenden produktiven Schichten. Dazu eine enorme Bürokratie. Frösche sind wichtiger als Arbeitsplätze. Massive Deindustrialisierung, dafür eine hypertroph große Kredit- und Finanzwirtschaft. Drastischer Rückgang des realen Bildungsstands, trotz Explosion bei den Akademikerzahlen.

Das sind die wahren Probleme und sie werden den Westen kippen lassen, sobald die Geldgeber in Asien den Daumen nach unten senken.

Verlängerte Werkbänke Asiens:

Textilfabrikanten etwa aus Taiwan haben derzeit schon eine große Auswahl an potentiellen Produktionsländern für ihre Billigwaren, etwa Bangladesh, chinesische Inlandsprovinzen, Guatemala oder Serbien. In Zukunft wird die Auswahl noch größer, etwa mit dem früheren „Ecotopia“ an der US-Westküste, wo dann frühere, grüne College-Professoren Hemden nähen dürfen, oder Washington DC, wenn die vielen Bürokraten arbeitslos werden. Oder Portugal, Griechenland und Süditalien, sobald der Euro zerfallen ist. Und Großbritannien. Alle diese Staaten und Regionen werden mit solcher Arbeit dann ihre Importe finanzieren müssen, wenn ihnen niemand mehr Kredit gibt.

Neues Gold-Geld:

Sobald der Daumen über Dollar und Euro gesenkt wird, wird diese bald niemand mehr zur Bezahlung akzeptieren. Man wird dann weltweit wieder zum früheren Geld mit echtem inneren Wert, also Gold und Silber, zurückkehren müssen. Damit sterben automatisch die heutigen, monströsen Bürokratie- und Sozialstaaten, deren wahres Machtmittel das heutige, ungedeckte „Versprechensgeld“ ist. Auch die westlichen Eliten verschiedenster Art, bis zu den Bilderbergern und dem US Council on Foreign Relations, werden dann ihre Macht in der Welt einbüßen, denn kein Chinese wird dann noch deren bankrotten Führungsanspruch akzeptieren. Einige Schläge wurden ja schon eingesteckt: etwa aus den fehlgegangenen Kampagenen um Schweinegrippe und „Klimaschutz“. Die EU zerfällt auch.


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