04. September 2010

Marktkommentar Deutsche Währungsreform und Sündenböcke

Schafft sich der Sozialstaat bald ab?

Auf den Finanzmärkte tat sich in den letzten zwei Wochen relativ wenig – im Vergleich zu den letzten Sommern. Allerdings scheinen sich düstere Entwicklungen anzubahnen. Die US-Wirtschaft bricht trotz aller Konjunkturpakete wieder massiv ein. Zur Kompensation will die Fed diesesmal mit „Warp-Speed“ neues Geld drucken und über den Banken abwerfen. Sorry, von Bens „Helicopter-Money“ kommt kaum etwas zum Durchschnittsamerikaner durch, das Geld bleibt in den „Bäumen“ = bei den Banken oder Fannie Mae hängen. Der Durchschnittsamerikaner verarmt stattdessen immer mehr.

Für den Euro wird es wieder kritisch. Irland und Spanien werden die nächsten Problemfälle. Der Euro sinkt derzeit rasant gegenüber dem Schweizer Franken und dem japanischen Yen. Alle Kreditnehmer in diesen Währungen (gibt es primär in Österreich) sind jetzt „doomed“, also zum Untergang verurteilt. Eine neue Fluchtbewegung aus dem Euro ist also im Gang. Die Propaganda um das angeblich funktionierende Euro-Rettungspaket hört sich schon wie Goebbels Endsieg-Propaganda an. Also wird es wieder ernst.

Deutsche Währungsreform, diesesmal besser vorbereitet:

Wie wir wissen, wollte Deutschland bereits im Mai 2010 aus dem Euro aussteigen, wurde aber mit massivem Druck daran gehindert. Die neue D-Mark war damals schon fertiggedruckt.

Da erschien dieser Tage ein Buch des Bundesbank-Vorstandes Thilo Sarrazin mit dem Titel „Deutschland schafft sich ab: Wie wir unser Land aufs Spiel setzen“. Er geht darin auf verschiedene von der dekadenten deutschen Polikerkaste verursachte Probleme im Land ein. Darunter auch die Massen von meist moslemischen Ausländern, die von Sozialhilfe (Hartz-IV) leben. Das ist nur ein Teil, der aber den „politisch korrekten“ Gutmenschen in Politik und Medien aufstößt. Die SPD will ihn deswegen sogar aus der Partei ausschließen. Das Buch ist aber bereits ausverkauft. Die Zustimmung zu seinen Thesen in der Bevölkerung ist gewaltig und, was man so hört, bei den Eliten ausserhalb der politischen Kaste (Politiker und Medien) ebenfalls.

Medienkenner sagen, dass dieses Buch niemals Sarrazin allein geschrieben hat. Daran haben mindestens 20 Vollprofis gearbeitet. Jedes Kapitel wurde von Juristen, die sich in der jeweiligen Thematik auskennen, auf Risiken abgeklopft. Statt dem Autor Thilo Sarrazin hätte man ruhig „Bundesbank“ als Autor draufschreiben können. Den von dort kommt es, und von Eliten, die von den derzeitigen Verhältnissen genug haben. Die Springer-Zeitung „Bild“ veröffentlicht Auszüge und Bertelsmann verlegt das Buch. Klingelt es?

Wenn dann die Währungsreform nach dem Euro-Crash kommt – vermutlich noch 2010, dann wird die Bevölkerung sehr böse sein, denn ihre Papiervermögen sind dann weg – dem „Haircut“ zum Opfer gefallen. Dann braucht man Sündenböcke. Alle jene, die heute so laut über dieses Buch schreien, ohne es gelesen zu haben, malen sich gerade Zielscheiben auf. Mit dem Haircut bei den Vermögen kommt ein gewaltiger Sozial-Haircut. Man wird dann diese staatliche Verschwendung rund um Hartz-IV und andere Dinge abstellen – von neuen Leuten in der Politik. Ganz so „neu“ werden diese Leute nicht sein. Manche der kürzlich verschwundenen CDU-Politiker kommen sicher wieder.

Man kann sicher sein, dass alle, die diese Hintergründe kennen, privat schon vorgesorgt haben, indem sie Gold, Silber, Wald, Bauernhöfe et cetera gekauft haben, um keinen „Haircut“ zu erleiden. Die Leser sollten es ihnen nachtun, solange es noch geht.


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