Walter K. Eichelburg

Ist Betreiber der meistgelesenen deutschsprachigen Gold- und Krisenwebsite hartgeld.com. Er beschäftigt sich seit vielen Jahren intensiv mit Investment- und Geldfragen. Er ist Autor zahlreicher Artikel im Finanz- und IT-Sektor und kann unter info@hartgeld.com erreicht werden. Alle Artikel von Walter K. Eichelburg sind als völlig unverbindliche Information anzusehen und stellen keine Anlageempfehlung dar. Jegliche Haftung irgendwelcher Art für den Inhalt oder daraus abgeleiteter Aktionen der Leser wird ausdrücklich und vollständig ausgeschlossen.

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Marktkommentar: Der Systemkampf

von Walter K. Eichelburg

Notenbankpapier gegenüber Gold immer schwächer

In meinem letzten Marktkommentar vor zwei Wochen „Die Schlacht um Gold $1300“ berichtete ich vom Kampf zwischen dem Goldkartell und den Investoren um den Goldpreis bei $1300/oz. Inzwischen wurde diese Grenze signifikant durchbrochen, und der Kampf geht derzeit bei $1350 weiter. Es wurde schon $1373 erreicht. Dann habe ich geschrieben:

Wahrscheinlich kommt irgendwo bei einem Goldpreis zwischen $1300 und $1500 die Panik-Flucht aus allem Papier. Diese kann dann innerhalb von Stunden alles umreißen. Dann sind die Banken zu, der Euro tot und wer eine neue Währung hat, wird sie mit einer Währungsreform einführen. Die Papier-Vermögen sind dann sichtbar weg, die papier-gläubigen Schafe sind geschoren.

Niemand weiß, an welchem Punkt die derzeitige Goldpreisdrückung zusammenbricht und die Panik-Flucht in das Gold beginnt. Viele Großinvestoren steigen derzeit ein. Angeblich kauft laut Rob Kirby sogar schon die US-Zentralbank Fed heimlich Gold, während sie mit Derivaten den Goldpreis drücken lässt. Der neue US-Dollar, der schon gedruckt wird, wird eine Golddeckung haben müssen, sonst nimmt ihn niemand mehr.

In den letzten zwei Wochen ist der Goldpreis um $80 gestiegen, also um 6 Prozent. Seit August um $160, also um 15 Prozent. Man vergleiche das einmal mit den aktuellen Renditen auf US- und deutsche 10-jährige Staatsanleihen: Diese liegen bei etwa 2,5 Prozent pro Jahr! Also fast gar nichts im Vergleich zum Anstieg des Goldpreises. Marc Faber sieht schon den Bond-Crash innerhalb der nächsten 3 Monate.

Also wird bald ein Crash der Währungen und der Staatsanleihen kommen müssen. Wie man die Politik kennt, will sie immer die Wirtschaft über niedrige Zinsen und Gelddrucken ankurbeln, besonders aber vor Wahlen. Die nächste „wichtige“ Wahl ist die Kongresswahl in den USA am 2. November, also in 3 Wochen. Bis dorthin wird man alles tun, um einen Systemcrash hinauszuschieben.

Das schreibt Bill Buckler in jedem seiner wöchentlichen Goldkommentare: „The global paper currency system is very young. It depends for its continued functioning on the belief that the debt upon which it is based will, someday, be repaid. The one thing, above all others, that could shake that faith, and therefore the foundations of the modern financial system itself, is a rise (especially a sharp rise) in the U.S. Dollar price of Gold.”

Genau diese Gefahr, die hier beschrieben wird – ein schnelles Ansteigen des Goldpreises in US-Dollar, der Weltreservewährung – findet derzeit statt. Das wird bald den Glauben in das Papiergeld und die Papierwerte weltweit zerstören. Noch glauben die Bondaffen, dass sie unbedingt Zinsen auf ihre Staatsanleihen bekommen müssen, seien sie auch noch so mickrig. Gold zahlt keine Zinsen, damit verdient man derzeit aber mehr als mit praktisch jeder anderen Asset-Klasse.

In der Eurozone verdient man mit Gold derzeit fast nichts, da der USD-Goldpreis steigt, aber der Dollarkurs zum Euro fällt. Aber die nächste Euro-Krise ist in Zeiten wie diesen nicht weit. Im letzten Jahr hat man auch in Euro mit Gold ca. 40 Prozent verdient.

Dieser Artikel bekam den Titel „Der Systemkampf“, weil sich derzeit eine globale Währungskrise, ausgehend vom US-Dollar, anbahnt – mit der Flucht aus den Währungen in Gold, Rohstoffe, etc. Das ist immer der Punkt, wo die Zentralbanken nichts mehr machen können und abwerten müssen – sie verlieren gerade den Systemkampf. Die Zinsen explodieren dann, die Staaten gehen bankrott, die Preise explodieren. Wir sind kurz davor – weltweit.

16. Oktober 2010

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