Walter K. Eichelburg

Ist Betreiber der meistgelesenen deutschsprachigen Gold- und Krisenwebsite hartgeld.com. Er beschäftigt sich seit vielen Jahren intensiv mit Investment- und Geldfragen. Er ist Autor zahlreicher Artikel im Finanz- und IT-Sektor und kann unter info@hartgeld.com erreicht werden. Alle Artikel von Walter K. Eichelburg sind als völlig unverbindliche Information anzusehen und stellen keine Anlageempfehlung dar. Jegliche Haftung irgendwelcher Art für den Inhalt oder daraus abgeleiteter Aktionen der Leser wird ausdrücklich und vollständig ausgeschlossen.

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Marktkommentar: Langsam geht es dem System-Ende entgegen

von Walter K. Eichelburg

Geben Merkel und Sarkozy dem Euro den Gnadenschuss?

In meinem letzten Marktkommentar vor zwei Wochen sprach ich vom „Systemkampf“. Das „Finanz-System“ verliert schön langsam seinen Kampf gegen den Crash. Zwar drückt man weiter auf den Goldpreis, jedoch kann auch das nicht die Renditedifferenz von über 30 Prozent zu deutschen oder US-Staatsanleihen, die derzeit etwa 2,5 Prozent pro Jahr „rentieren“ schließen. Gold, Silber und andere Rohstoffe steigen viel mehr als fast alles Papier. Wer derzeit in Bonds oder Geldanlagen ist, ist mit Renditen von 0 bis 3 Prozent (wieder pro Jahr) ein echter Verlierer und muss als Privatperson von diesen Minizinsen sogar noch Steuern bezahlen. Derweilen sind die realen Preissteigerungen bei uns akut bei 8 Prozent oder höher – auch pro Jahr. Also Geldanlagen sind ein echtes Verlustgeschäft. Das ist einige Zeit lang möglich, wird aber nicht ewig toleriert.

Inflation in der Pipeline:
Auf der Inflations-Seite meiner Gold-Website www.hartgeld.com schreiben Leser täglich über gewaltige Preissteigerungen von Lebensmitteln, Vorprodukten aller Art bis zu Fertigwaren. Diese Preissteigerungen gehen von 10 bis über 100 Prozent – in einem Jahr. Getrieben wird es von den Rohstoffpreisen, die auch explodieren. Bald werden auch die staatlichen Lügenbarone, also die Inflations-Statistiker, das nicht mehr verstecken können. Dann ist es Zeit für den Bond-Crash, die Zinsen müssen rauf. Dann beginnt ganz sicher die Flucht aus dem System, in Realwerte und Gold. Auch der dümmste Bondaffe wird dann aus seinem 2,5-Prozent-Papier raus wollen.

Obama ratlos:
Die USA kommen aus ihrer Krise nicht raus, die Arbeitslosigkeit will trotz aller Bailouts und Konjunkturprogramme nicht zurückgehen. Kein Wunder, einen Konsum-auf-Kredit-Boom wie seit 2000 kann man nicht so schnell wiederholen. Obwohl man alles versucht.
Inzwischen rechnet man mit einem neuen „Quantative Easing“-Programm der Fed in den nächsten Wochen, also pures Gelddrucken. Schätzungen für den Umfang dieses Programms gehen bis zu $ 4000 Milliarden (also 4 Trillions oder Billionen). Irgendwann werden auch die treuesten Dollar-Stützer wie die Chinesische Zentralbank genug haben und ihre Dollarbestände abstoßen.

Das Merkel/Sarkozy-Ultimatum:
Wenn Sie diesen Bericht am Samstag lesen, ist der EU-Gipfel schon vorbei. Vielleicht ist der Euro dann bei einer Nichteinigung schon zusammengebrochen und neue Währungen stehen vor der Türe. Im Vorfeld haben Deutschland und Frankreich den Defizitsündern der Eurozone gedroht: Falls diese nicht ihre Stimmrechte in der EU im Fall eines Bailouts aufgeben und richtig sparen, werden Deutschland und Frankreich aus dem Euro aussteigen: „Dann könnt ihr sehen, was mit dem Euro geschieht“. Diese Nachricht kam aus dem Mund des luxemburgischen Außenministers Asselborn und wurde in der ARD-Tagesschau gesendet. Der Rest-Euro wird in diesem Fall auf der Stelle auf den Bruchteil des heutigen Wertes kollabieren. Die Banken sind dann überall zu. Also, ein klassisches Ultimatum wurde gestellt: entweder ihr gehorcht, oder wir steigen aus.

BuBa-Weber sagt NEIN zu weiteren Bailouts:
Das erschien am 26.10. im Handelsblatt: „Weber warnte davor, dass sich weder Deutschland noch die Euro-Zone eine weitere Krise leisten könne. ‚Wir würden eine solche Aktion nicht noch ein zweites Mal für das Kreditwesen in Deutschland hinbekommen’, sagte er mit Blick auf die milliardenschweren Rettungspakete und Bürgschaften für den Bankensektor. Das gelte auch für die riesigen Rettungsschirme für Griechenland und andere stark verschuldete Staaten.“

Also keine weiteren, großen Bailouts deutscher Banken oder von Eurostaaten mehr. Dann müssen eben andere Lösungen, wie ein Euro-Austritt und eine Währungsreform mit Haircut bei den Sparern kommen. Das wurde nur vom Mai 2010 auf „jetzt bald“ verschoben. Weltweit.

30. Oktober 2010

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