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Marktkommentar: Die PIIGS-Dominos fallenUnd am Ende stürzt die deutsche Eiche Wieder einmal ist die Euro-Krise voll entbrannt, seit zwei Wochen „rettet“ man wieder einmal kräftig. Dieses mal Irland, das nach dem Platzen einer enormen Immobilien-Bubble vor dem Staatsbankrott steht. Im Gegensatz dazu war die Griechenland-Krise vom Mai, die damals schon fast den Euro zerstört hätte, harmlos. Den Unterschied macht das Schuldenvolumen. Allein die irischen Banken stehen im Ausland mit über 500 Milliarden Euro in der Kreide. Dieses Geld floss in aberwitzig überteuerte Immobilien und in den Konsum. Irland wird diese Riesensumme niemals zurückzahlen können, vielleicht einen winzigen Bruchteil davon. Die kreditgebenden Banken und Anleihenkäufer im Ausland waren total verrückt, dass sie so viel Kredit gaben. Jetzt müssen sie dieses Geld abschreiben, wollen aber nicht, da es sie selbst umbringen würde. Also schreien sie wieder einmal nach „Rettung“ durch die EU. Primär kam dieses Geld aus Großbritannien und Deutschland. Wieder einmal ein guter Teil von der berüchtigten HRE. Die Politik ist derzeit wegen dieses Desasters total in Panik. Letzte Woche stieß der „EU-Obere“ van Rumpoy eine massive Warnung von der Existenznot des Euro und der EU aus, diese Woche Merkel und Schäuble. Warum? Einen Irland-Kollaps und damit Euro-Kollaps kann man vermutlich durch „Hilfen“ und Monetisierung der Irland-Schulden durch die EZB maximal noch einige Monate aufhalten. Aber dahinter warten einige andere PIIGS (Portugal, Italien, Irland, Griechenland, Spanien)-Pleiten. Also Staaten die man niemals hätte in den Euro reinnehmen dürfen. Konkret geht es um Portugal, total deindustrialisiert. Auch dort gab es wegen der niedrigen Euro-Zinsen einen Bauboom. Aber das Hauptproblem ist, dass die portugiesische Wirtschaftsstruktur sehr schwach ist. Im Gegensatz zu Spanien oder Irland gibt es dort überhaupt nichts. Die bisherigen Billiglohn-Werkbänke sind inzwischen in billigere Staaten weitergewandert. Alles wird importiert, und über ausländischen Kredit finanziert. Sollte Portugal umfallen, dürfte es primär die ohnehin schwachen spanischen Banken treffen, denn von dort kamen nicht nur die Lebensmittel, sondern auch der Kredit. Dann kommt Spanien dran: das selbe Problem wie in Irland – eine gigantische Immobilienblase, die geplatzt ist. Dort wackeln daher die Sparkassen (Cajas), die diesen Subprime-Boom primär finanziert haben. Auch die Zinsen auf spanische Staatsanleihen steigen schon signifikant, ein sicheres Zeichen für den Abverkauf. Rettung um jeden Preis Was macht die Politik? Sie rettet jede Bank und jeden Staat, etwas, das auf Dauer unmöglich, aber in der Politik üblich ist. Das geht solange, bis durch die Rettungen auch der letzte und wichtigste „Retter“, Deutschland, unglaubwürdig wird. Dann lösen sich auch die deutschen Staatsanleihen, sowie der Euro und das Welt-Finanzsystem in einer panischen Flucht aus allem Papier in Rauch auf. Wie lange dauert es noch, bis das passiert? Vermutlich nur mehr einige Monate. Der exakte Zeitpunkt kann nicht vorhergesagt werden, aber es geht dann schnell. Dann braucht man die Rettungsboote aus Gold und Silber. Nicht vergessen, auf der Titanic gab es viele Rettungsboote im Gegensatz zu heute. Und die Finanz-Titanic ist bereits im Sinken. Und man kann es nicht verhindern. 27. November 2010 Unterstützen Sie ef-onlineHat Ihnen dieser Artikel gefallen? Dann unterstützen Sie uns durch eine Fördermitgliedschaft. Damit helfen Sie uns, unser Angebot stetig weiter auszubauen und genießen zusätzlich attraktive Privilegien. Testen Sie eigentümlich freiProminente Autoren und kantige Kolumnisten wie Bruno Bandulet, Theodore Dalrymple, Carlos A. Gebauer, Jörg Guido Hülsmann, Michael Klonovsky oder Frank Schäffler schreiben jeden Monat exklusiv in eigentümlich frei. Testen Sie ein Magazin, das über das Angebot auf ef-online hinausgeht. Diesen Artikel teilenAnzeigen |
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