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Marktkommentar: Die Griechenland-Pleite wird jetzt realPIGSIB-Land ist bald abgebrannt Vor etwa einem Jahr begann der Abstieg Griechenlands in die Pleite. Anfang Mai 2010 war es fast soweit. Damals stiegen die Zinsen auf 2-jährige griechische Staatsanleihen auf 38 Prozent, ein echter Pleite-Indikator. In einer Nacht- und Nebelaktion schnürte die EU dann das berüchtigte 750 Milliarden-Euro-„Rettungspaket“, um den Bondmarkt davon zu „überzeugen“, dass die Eurozone und besonders Deutschland solidarisch für alle Eurostaaten haftet. Ein recht leeres Versprechen, denn dieses Paket besteht primär aus Haftungen. Im November 2010 war dann Irland dran. Wieder entstand eine lebensbedrohliche Euro-Krise. Inzwischen gackern die Euro-Politiker-Hühner über eine Verdoppelung dieses „Rettungsschirms“ auf 1500 Milliarden Euro. Und sie hacken heftig aufeinander ein. In den letzten Tagen erschienen in den Medien immer mehr Berichte, dass jetzt eine „Umstrukturierung“ der griechischen Staatsschulden erforderlich wird. Derzeit streiten die Euro-Hühner darüber, wer den notwendigen Haircut bei den Griechenland-Gläubigern verpasst bekommen soll, wer also einen Großteil seiner Forderungen abschreiben muss: Banken, Versicherungen oder Private. „Umstrukturierung“ ist nichts anderes als entweder Laufzeitverlängerung der Schulden (ist bei Griechenland hoffnungslos) oder Erlass eines Teils der Schulden – der Haircut bei den Gläubigern. Griechenland ist hoffnungslos pleite und kann wahrscheinlich nicht einmal 5 Prozent Staatsschulden im heutigem Wert zurückzahlen. Das dämmert jetzt immer mehr Beobachtern in Medien, Märkten und Politik. Griechenland ist nicht alleine Die schon recht alte Bezeichnung Londoner Investmentbanker für die „Schweinestaaten“ des Euro-Südens, PIGS (Portugal, Italien, Griechenland, Spanien) wurde inzwischen um ein I für Irland auf PIIGS erweitert. Irland ist ein genauso hoffnungsloser Pleitefall wie Griechenland, aber nicht wegen staatlicher Verschwendung, sondern wegen einer zusammengebrochenen, gewaltigen Immobilienblase. Der irische Staat versucht seine Banken zu retten und geht daran selbst pleite. Der nächste Kandidat kurz vor der Pleite ist Portugal, ein sehr strukturschwaches Land. Portugals Pleite würde die spanischen Banken umreißen, die selbst sehr marode sind. Dann ist noch ein Staat in der Schusslinie des Bondmarktes: das zerfallende Belgien, ohne funktionsfähige Regierung, aber mit gewaltigen Staatsschulden. Man kann annehmen, dass wenn dieser Staat voraussichtlich noch in 2011 zerfällt, keiner der Nachfolgestaaten für diese Schulden aufkommen wird. Das dämmert jetzt den Märkten. Deutschland ist auch schon in der Schusslinie Merkel/Schäuble „retten“ einfach zu viele Euro-Staaten mit Garantien. Die Märkte glauben jetzt immer weniger, dass Deutschland diese „Rettungen“ auch bewältigen könnte. Die Preise für Credit Default Swaps auf deutsche Bundesanleihen explodieren daher. Sie implizieren, dass Deutschland sein AAA-Rating schon verloren hat. Nur, an den deutschen Bundesanleihen „hängt“ der Euro. Wenn hier der anlaufende Abverkauf stärker wird, crasht bald der gesamte Euro. Das kann jetzt in einigen Wochen passieren. In die Rettungsboote Im Euro ist also nichts mehr sicher, man sollte ihn als Anleger schnellstens verlassen. Wenn der Euro-Crash kommt, kommt er vermutlich innerhalb von Stunden oder Tagen, dann sind die Banken zu, die Euro-Vermögen verloren. Das gilt für die meisten Währungen. 22. Januar 2011 Unterstützen Sie ef-onlineHat Ihnen dieser Artikel gefallen? Dann unterstützen Sie uns durch eine Fördermitgliedschaft. Damit helfen Sie uns, unser Angebot stetig weiter auszubauen und genießen zusätzlich attraktive Privilegien. Testen Sie eigentümlich freiProminente Autoren und kantige Kolumnisten wie Bruno Bandulet, Theodore Dalrymple, Carlos A. Gebauer, Jörg Guido Hülsmann, Michael Klonovsky oder Frank Schäffler schreiben jeden Monat exklusiv in eigentümlich frei. Testen Sie ein Magazin, das über das Angebot auf ef-online hinausgeht. Diesen Artikel teilenAnzeigen |
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