Walter K. Eichelburg

Ist Betreiber der meistgelesenen deutschsprachigen Gold- und Krisenwebsite hartgeld.com. Er beschäftigt sich seit vielen Jahren intensiv mit Investment- und Geldfragen. Er ist Autor zahlreicher Artikel im Finanz- und IT-Sektor und kann unter info@hartgeld.com erreicht werden. Alle Artikel von Walter K. Eichelburg sind als völlig unverbindliche Information anzusehen und stellen keine Anlageempfehlung dar. Jegliche Haftung irgendwelcher Art für den Inhalt oder daraus abgeleiteter Aktionen der Leser wird ausdrücklich und vollständig ausgeschlossen.

ef-Einkaufspartner

Wenn Sie ef-online unterstützen möchten, starten Sie bitte Ihre Amazon-Einkäufe mit Klick auf diesen Button:

ef auf Facebook

Besuchen Sie uns auch auf Facebook:
facebook.com/efmagazin

Marktkommentar: Von Fukushima bis Baden-Württemberg

von Walter K. Eichelburg

Engpässe durch Single Sourcing

Der letzte Marktkommentar ging unter dem Titel „Japans Super-GAU und die Weltwirtschaft“ bereits auf das Monstererdbeben mit Tsunami in Japan am 11. März 2011 ein. Die Nuklearkatastrophe in Fukushima I dauert aber weiter an. Inzwischen hat auch die japanische Regierung zugegeben, dass es zumindest in einem Reaktor eine Kernschmelze gegeben hat. Daher entweichen auch massiv Spaltstoffe wie Cäsium-137 und Jod-131, sowie Plutonium. Die Betreiberfirma Tepco bekommt das Problem nicht in den Griff. Überhaupt ist die Atomkatastrophe primär durch Management-Versagen bei Tepco in den ersten Tagen geschehen, nicht durch das Erdbeben.

Zwei Dinge sind nicht passiert. Erstens: Der Großraum Tokio mit ca. 35 Mill. Einwohnern wurde durch das Erdbeben oder den Tsunami nicht zerstört. Zweitens: Der Großraum Tokio wurde auch nicht so stark verstrahlt, dass man die Region evakuieren müsste. Das kann aber noch kommen, je nachdem was in Fukushima noch passiert

Defizite der heutigen Logistik

Jedoch gibt es bereits Lieferausfälle bei Firmen, die in der Tsunami-Region angesiedelt waren oder in der 30-Kilometer-Evakuierungszone rund um das AKW Fukushima. So werden weltweit bereits veschiedene elektronische Bauteile oder Autolacke knapp, deren einziger Herstellungsort in diesen Gebieten ist. So viel zum heute üblichen „Single Sourcing“, wo der Untergang einer einzelnen Fabrik weltweit die Fließbänder zum Stillstand bringen kann. Nachdem es auch kaum mehr Lager gibt und alles Just-In-Time, oft per Luftfracht geliefert wird, hat eine solche Katastrophe gleich weltweite Auswirkungen.

Noch vor 20 Jahren war speziell in Großbetrieben vorgeschrieben, immer eine Second Source zu haben, also mindestens einen zweiten Lieferanten für das gleiche Teil – für den Fall, dass ein Lieferant aus irgendeinem Grund ausfällt. Aber inzwischen haben sich die Cost Cutter und Controller mit ihren BWL/MBA-Abschlüssen über die Beschaffungslogistik hergemacht. Das Ergebnis sehen wir gerade. Wenn erst die wirkliche weltweite Depression über uns hereinbricht, werden die Lieferanten und Lieferwege wie die Fliegen sterben – primär wegen der explodierenden Zinsen und der dann eintretenden Nichtkonvertierbarkeit der Währungen.

Das heutige „Global Sourcing“ wird dann auch sterben, die Arbeitsteilung wird sich wie in jeder Depression massiv reduzieren. Man wird wieder vieles selbst machen müssen, was man heute zukauft. Wir haben gerade einen kleinen Vorgeschmack darauf bekommen.

Die deutschen Landtagswahlen

Am 27. März 2011 fanden in den beiden westdeutschen Bundesländern Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg Landtagswahlen statt, die massive Gewinne für die Grünen brachten, aber massive Verluste für die jeweiligen Regierungsparteien: CDU in BW, SPD in RP. Es war eine Protest- und eine Atom-Wahl. Die Fukushima-Katastrophe kurz vor den Wahlen und die generell in Deutschland stark ausgeprägte Atom-Angst haben die Protestwähler zu den Grünen getrieben. Die Grün-Partei konnte es sich leicht machen: Da sie im Bund und in den meisten Bundesländern in der Opposition ist, braucht sie nur still zu halten und auf die jeweilige Regierung einzuhacken. Und dann kommt ein Glücksfall wie dieser.

Gold

Der Goldpreis macht seit Jahresbeginn 2011 nicht viel, besonders nicht in Euro – im Zaum gehalten durch das ewig preisdrückende Goldkartell. Ja, ein neues All-Time-High beim Gold in USD haben wir gerade gesehen: $1447 pro Unze.

Viel mehr Freude macht dagegen den Silver-Bugs das Silber: Dieses ist in einem Jahr von $17 pro Unze auf inzwischen $37 gestiegen, also um 217 Prozent. Silber war total unterbewertet gegenüber Gold und besonders gegenüber allen Papierwerten. Jetzt holt der Silberpreis auf, auch bedingt durch die Tatsache, dass die Preisdrücker größte Probleme haben, genügend Silber herbeizuschaffen. Der große Ausbruch zuerst bei Silber und dann bei Gold kann jederzeit kommen.

02. April 2011

Unterstützen Sie ef-online

Hat Ihnen dieser Artikel gefallen? Dann unterstützen Sie uns durch eine Fördermitgliedschaft. Damit helfen Sie uns, unser Angebot stetig weiter auszubauen und genießen zusätzlich attraktive Privilegien.
Klicken Sie hier für Informationen zur Fördermitgliedschaft.

Testen Sie eigentümlich frei

Prominente Autoren und kantige Kolumnisten wie Bruno Bandulet, Theodore Dalrymple, Carlos A. Gebauer, Jörg Guido Hülsmann, Michael Klonovsky oder Frank Schäffler schreiben jeden Monat exklusiv in eigentümlich frei. Testen Sie ein Magazin, das über das Angebot auf ef-online hinausgeht.

Diesen Artikel teilen

Anzeigen