Walter K. Eichelburg

Ist Betreiber der meistgelesenen deutschsprachigen Gold- und Krisenwebsite hartgeld.com. Er beschäftigt sich seit vielen Jahren intensiv mit Investment- und Geldfragen. Er ist Autor zahlreicher Artikel im Finanz- und IT-Sektor und kann unter info@hartgeld.com erreicht werden. Alle Artikel von Walter K. Eichelburg sind als völlig unverbindliche Information anzusehen und stellen keine Anlageempfehlung dar. Jegliche Haftung irgendwelcher Art für den Inhalt oder daraus abgeleiteter Aktionen der Leser wird ausdrücklich und vollständig ausgeschlossen.

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Marktkommentar: Imperator befiehl, wir drücken Gold und Silber

von Walter K. Eichelburg

Die letzten Tage des PIG-Systems

Das war der Titel meines letzten Marktkommentars vor 2 Wochen: „Silber: vom Post-Hunt-High zum All-Time High“. Denn es wurde am 25.4.2011 ein Silberpreis von $49.81/oz erreicht. Dann kam die schreckliche 1. Mai-Woche. Am 2. Mai begann es: die Preise von primär Silber und sekundär Gold wurden massiv über eine Woche gedrückt. Bei Silber von $49 runter auf $34. Bei Gold von $1575 runter auf $1475. Seit dem 5. Mai steigen die Preise wieder.

Bob Chapman berichtete einige Tage später das: “Die (Rohstoffbörse) CME wurde von der US-Regierung angewiesen, alles zu tun, um dem Edelmetallmarkt den Rücken zu brechen.”

Vermutlich hat der US-Finanzminister der Rohstoffbörse CME, zu der auch die COMEX gehört, von vielen “CRIMEX” genannt, befohlen, etwas gegen die hohen Gold- und Silberpreise zu tun. Der „Imperator“ selbst, Barack Obama, hatte zu dieser Zeit andere Probleme, etwa eine gefälschte Geburtsurkunde herzuzeigen, oder den Oberterroristen Osama bin Laden wieder auferstehen und dann in einer Show gleich wieder umbringen zu lassen.

Warum? Ein Goldpreis von $1600 und ein Silberpreis von $50 waren höchst „systemgefährdend“, besonders für den US-Dollar, der zu dieser Zeit sogar gegen den todkranken Euro signifikant sank. Eine Panikflucht aus dem Dollar, daraus folgend eine Hyperinflation in den USA und der Untergang des US-Imperiums in recht kurzer Zeit wären die Folge gewesen. Wie viele Wochen das jetzt hinausgeschoben wurde, wird sich noch zeigen.

Neue Euro-Bailouts

Auf unserer Seite des Atlantiks, im Land des todkranken Euro, sieht es nicht viel besser aus. Da wurde zuerst ein riesiges Rettungspaket für das bankrotte Portugal mit sehr milden Sparauflagen (es ist Wahlkampf dort) geschnürt.

Und dann kam am Abend des 6. Mai der Hammer: Im „Spiegel“ erschien ein Artikel mit dem Titel „Griechenland erwägt Austritt aus der Euro-Zone“. Darin wurde berichtet, dass Griechenland ein neues Milliarden-Hilfspaket wünscht, nicht weiter sparen möchte und ansonsten aus dem Euro aussteigt. Außerdem, dass am selben Abend der große Euro-Zampano Jean-Claude Juncker ein Geheimtreffen einiger Euro-Finanzminister dazu abhalten will. Heute wissen wir, dieser Artikel wurde aus dem deutschen Finanzministerium lanciert, wohl um die Öffentlichkeit wachzurütteln.

Junckers Geheimtreffen war dann nicht mehr geheim, und über einige Tage kam heraus, dass man das Griechen-Hilfspaket von bisher 110 Milliarden um zuerst 27, dann um 60 Milliarden und inzwischen um 100 Milliarden Euro aufstocken möchte. Griechenland ist hoffnungslos pleite, die Banken dort ebenfalls und Frankreich ist der größte Gläubiger dort unten. Wem soll das also nützen – Paris natürlich.

Nur, wenn der Juncker glaubt, dass er damit durchkommt, dürfte er sich irren. Überall in den Zahlerstaaten baut sich in der Öffentlichkeit dagegen jetzt massiver Widerstand auf. Dieser Nachschlag müsste durch die Parlamente der 6 AAA-Staaten gehen, was wenig wahrscheinlich ist. Nach einem weiteren Generalstreik in Griechenland und dem aufgedeckten Plan, dort mit 100 Millionen Euro eine Formel-1-Rennstrecke zu bauen, dürfte die Wahrscheinlichkeit noch weiter sinken. Griechenland wird bankrott gehen müssen und steigt dann hoffentlich aus dem Euro aus – bevor es die Zahler tun.

Noch etwas: der Goldpreis erreichte am 11. Mai in Euro mit €1074/oz fast wieder ein All-Time-High. Wir brauchen die gelben und silbernen Rettungsboote jetzt dringend. Aus dem Euro wird nichts mehr – nur eine Währungs-Leiche.

14. Mai 2011

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