06. August 2011

Marktkommentar Die letzten Wochen des Euro

Am Vorabend der größten Finanzkatastrophe aller Zeiten

Die Politiker der Eurozone haben sich von ihrem letzten Euro-Rettungsgipfel Ende Juli für die 109 Milliarden Euro, die sie wieder einmal den Griechen schenken wollen (bisher nur eine Absichtserklärung), einen ruhigen Urlaub im August (der traditionelle Urlaubsmonat der Eliten) erhofft. Dem ist aber nicht so. Nicht nur wird das Ergebnis von den Medien zerrissen. So schreibt etwa die Presse: „109 Milliarden Euro für eine Woche Ruhe“. Es ist mit der Ruhe auch schon wieder vorbei.

Die Ansteckung der Big-PIGS ist erfolgt

Inzwischen läuft eine Kapitalflucht aus Spanien und Italien. Deren Zinsen auf 10-jährige Staatsanleihen sind bereits über 6 Prozent und nahe der „Todesgrenze“ von 7 Prozent, wo bisher üblicherweise der Hilferuf nach dem Rettungsschirm erfolgte, weil das Land ab da von den Kapitalmärkten ausgeschlossen wurde. Nur sind Italien und Spanien richtige Schwergewichte im Vergleich zu Griechenland oder Portugal.

Da kommen jetzt Artikel wie dieser im "Handelsblatt": „Anleger fliehen aus dem Euro“. Es entwickelt sich gerade eine Euro-Währungskrise. In unserem System wird unweigerlich die Währung mit abverkauft, wenn die Finanzherde aus den Staatsanleihen eines künftigen Pleitestaates flüchtet. Das zeigt sich gerade am Kurs des Schweizer Franken, der gerade im Vergleich um Euro wie eine Rakete hochfährt. Die 1:1-Parität sollte schon erreicht sein, wenn dieser Artikel erscheint. Auch der Goldpreis geht hoch, und bricht täglich neue All-Time-Highs, sowohl in USD wie in Euro. Gold wird die ultimative Fluchtwährung sein.

Euro-Endsieg-Propaganda

Was wir von den Politikern derzeit hören, erinnert sehr stark an die Propaganda in der Endphase des Hitler-Regimes nach dem Motto: Ein Volk, ein Reich, ein Euro. Beispiele: „Kein Land darf den Euro verlassen, warnt Finanzminister Wolfgang Schäuble. Sonst wäre die Macht der Märkte über die Politik grenzenlos.“ („FAZ“) „Es gibt keine Krise des Euro. Liebe Märkte, jetzt muss Schluss sein!“ (Van Rompuy in der „Süddeutschen Zeitung“)

Das erinnert an die Beschwörung der Schlange durch das Kaninchen, bevor es von dieser gefressen wird. Die Angst der Politiker vor den Märkten muss grenzenlos sein. Aber die Märkte sind immer stärker als die Politik, wie die Historie zeigt. Auch derzeit sehen wir es.

Euro-Endzeit

Es ist vorbei. Eine Rettung von Spanien oder gar Italien durch die diversen Euro-Rettungsschirme ist wegen der Größe unmöglich. Jetzt kommt auch noch Frankreich in Bedrängnis und wird als Euro-Retter bald ausfallen, sobald das AAA-Rating verloren geht. Bald heißt es: jedes Euro-Huhn rette sich selbst. Diese Phase wird noch im August oder September erreicht.

Laut Insider-Infos haben zumindest Deutschland, Frankreich, Niederlande und Österreich schon neue, nationale Währungen vorbereitet. Sobald der Euro-Crash terminal wird und die Banken schließen (weil sie pleite sind), werden auf die gesperrten Konten die Währungsreformen durchgeführt. Das dürfte etwa 2 Wochen dauern. Dann werden limitiert neue DM, Francs, Gulden, Schillinge ausgegeben. Größere Sparguthaben oder Gelder in Lebensversicherungen sind dann weg.

Wer dann nicht genügend Rettungsboote aus Gold und Silber hat, wird geschoren – der berühmte „Haircut“. Am Ende bezahlt der Sparer für die Verluste der Banken und Staaten. Der Goldpreis wird ins Unendliche steigen, Gold aber nicht mehr zu bekommen sein. Auch USD, GBP, JPY, CNY und andere Papiergelder werden mit untergehen. Die größte Finanzkatastrophe aller Zeiten wird uns bald erreichen.


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