15. Oktober 2011

Marktkommentar Der Banken-Domino

Bei europäischen Kreditschleudern kommt Panik auf

Im letzten Marktkommentar „Amerika rettet den Euro“ war von den Warnungen von US-Finanzminister Geithner an die Europäer Ende September die Rede. Er hat vor den drohenden „Cascading Defaults“ unter den Banken gewarnt und gefordert, dass alles dagegegen getan wird – damit es sich ja nicht in die USA ausbreitet.

Was sind diese „Cascading Defaults“? Eine Bank geht pleite und reißt über ausfallende Kredite an sie oder Derivate andere Banken um. Dann kommt noch die absolute Kapitalflucht aus allen Banken und der Währung der betroffenen Region. Im Fall der Eurozone führt das zum Welt-Finanzkollaps.

Der Fall von Dexia

Am 6. Oktober 2011 war es dann soweit: Die französisch-belgische Großbank Dexia ging unter. Diese Bank wurde noch kurz vorher beim Banken-Stresstest als „gesund“ eingestuft. Vermutliche Pleite-Ursache: Derivaten-Verluste. Die Regierungen von Frankreich und Belgien sprachen sofort eine Staatsgarantie für die Bank aus. 210 Milliarden Euro müssen garantiert werden. Ob das kleine Belgien das schafft, darf stark bezweifelt werden. Das war der erste Domino unter den Banken, der fiel.

Die französischen Banken leiden besonders unter Kapitalflucht, da sie selbst stark in den PIGS-Staaten engagiert sind. Besonders US-Geldmarktfonds ziehen bereits seit dem Sommer Riesensummen ab. Daher kann angenommen werden, dass dort die nächsten Dominos zu finden sein werden, die fallen und dann alles umreißen.

Warnungen

Hier einige Meldungen aus den letzten Tagen, zu finden auf der Systemkrise-Seite von www.hartgeld.com: EZB-Präsident Trichet warnt vor Systemkrise: Kapitalflucht aus europäischen Banken nun auch von Europäern; Rettung oder Kollaps – jetzt läuft der Countdown; Die Angst vor dem nächsten großen Knall greift um sich; "In The Absence Of A Credible Plan We Will Have A Global Financial Meltdown In Two To Three Weeks" - IMF Advisor.

Dazu kommen noch andere Insider-Warnungen aus Banken. Dort herrscht in den oberen Etagen die nackte Panik, genauso in der Politik und den Zentralbanken. Der schon so oft hinausgeschobene Systemkollaps dürfte jetzt nicht mehr zu verhindern sein. Dann fallen alle Banken-Dominos und auch die Währungen, allen voran der Euro.

Der Euro ist unrettbar verloren

Mit diesen ganzen „Rettungsschirmen“ hat die Politik nur die eigenen Wähler gegen sich aufgebracht. Ein noch größerer Schirm jagt den Nächsten. Inzwischen versucht man Hebelkonstrukte, um auch noch Italien und Spanien auffangen zu können. Aber das reicht auch nicht mehr aus, eine Summe von 4000 Milliarden Euro wäre erforderlich. Wer soll das bezahlen oder dafür haften? Es gibt niemanden mehr, nicht einmal Deutschland ist dazu in der Lage. Frankreich will seine Banken aus dem EFSF retten lassen, weil es selbst nicht mehr dazu in der Lage ist.

Vermutlich kommt der Banken- und Eurokollaps bereits im Oktober 2011. Dann wird auch die bisherige Goldpreisdrückung zusammenbrechen und der Goldpreis zum Mond schießen.

Auf die gesperrten Bankkonten wird man dann Währungsreformen durchführen und die Masse der ohnehin bereits verlorenen Papiervermögen wegschneiden. Damit kommen die alten, nationalen Währungen wieder: D-Mark, Schilling, Franc, Gulden, etc. Diese sind bereits gedruckt. Vorbereitet?


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